Aktionen Eltern für Kinder

Väter-Demonstration 2001

1. Internationale Kinderrechts-Demonstration 2001 in Berlin

Ausgehend von dem Hungerstreik internationaler Elternteile auf dem Alexanderplatz in Berlin, beschlossen Mitglieder der deutschen Väterrechtsbewegung, sich an diesem Kampf für die Rechte der Kinder mit einer Demonstration ihrer Vereine zu beteiligen.

Diese Demonstration sollte quasi der krönende Höhepunkt des Hungertreiks sein und mit der Masse der demonstrierenden einheimischen Betroffenen beweisen, dass auch der Leidensdruck der deutschen Väter und Mütter enorm sei.

Am 14. Juli 2001 traf man sich auf dem Vorplatz der Gedächtniskirche. Ein paar wenige Transparente waren gespannt. Sie gehörten den hungerstreikenden Ausländern. Und die Masse der Betroffenen reduzierte sich auf 60, vielleicht 70 Personen. Angesichts der damals in den verschiedensten Selbsthilfevereinen bundesweit organisierten mehreren Tausend Betroffenen ein deprimierend schwacher Auftritt.

Geld fehle zum Reisen, erfuhr die Presse. Man könne keinen Urlaub nehmen, die Arbeitsstelle nicht riskieren; der Unterhalt müsse ja fließen. Andere hatten ausgerechnet an diesem Tag seit Jahren erstmals wieder Umgang mit ihrem Kind. Wieder andere seien von ihrem Jahre währenden vergeblichen Kampf um das Kind seelisch zu zerstört, zu zermürbt zum Reisen.

Die Hungerstreikenden waren in der Menge an ihren Schildchen zu erkennen, die sie um den Hals trugen. Die Anzahl der Jahre der Trennung waren darauf vermerkt sowie die Summe der seither ermöglichten Tage des Wiedersehens. Fast immer lautete die Summe Null.

Leise ging's zu, von ein paar Paukenschlägen abgesehen, die zum Zuhören riefen, wenn jemand ein paar Worte an die Allgemeinheit richtete. Etwas turbulenter wurde es erst, als ein Regenschauer niederging und einige in die Gedächtniskirche drängten.

Kaum im Haus Gottes untergeschlüpft, spielte sich der Küster als Zerberus auf. Wir seien in der Kirche, hier sei es nicht erlaubt zu demonstrieren. Wir sollten schleunigst verschwinden. Dass wir in diesem Moment gar nicht demonstrierten, sondern äußerst leise und gesittet in die Kirche gekommen waren, ließ den Küster kalt. Er machte kurzerhand von seinem Hausrecht Gebrauch und schmiss uns raus. Gott zumindest hatte ein Einsehen; der Regen war vorbei.

Wenig später war die Demonstration beendet. Es wurde zum gemütlichen Teil des Nachmittags aufgerufen und zum gemeinsamen Ausklang in den Garten der Internationalen Europa Sprachenschule in die Wrangelstraße eingeladen.

Hier sah und hörte nicht nur ich Erstaunliches, doch darüber ein ander Mal.