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Amoklauf in Erfurt
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Liebe Frau Dr. Jäckel, die beiden Briefe von Robert und Christine habe ich mit großem Interesse gelesen. Es hat mich innerlich tief bewegt. Da wird sehr gescheit und einfühlsam, viel besser als in den Medien, über die Ursachen des Desasters in Erfurt nachgedacht. Wenngleich ichs gerne täte, bin ich aber sicher nicht geeignet, den jungen Leuten dazu eine Antwort zu erteilen. Das, meine ich, können Sie, liebe Frau Doktor, viel besser. Denke viel zu abstrakt, mache nur wenig Worte, gehe nicht einfühlsam auf Emotionen ein, was mir hier unbedingt erforderlich erscheint. Darf ichs mal kurz und knapp ("cool") allein zu Ihnen sagen? Natürlich gelten die Menschenrechte auch für Mörder, das hat mit Lehrer Heise gar nichts zu tun, der das bestimmt genauso sieht. Herr Heise hat sich hervorragend verhalten. Er hat sich nicht wie (vermutlich) die meisten anderen nur selbst in Sicherheit zu bringen versucht, nein, er hat den Stier unter größter eigener Lebensgefahr selbst bei den Hörnern gepackt. Der Mann verdient unser ALLER größten Respekt, unsere tiefe Dankbarkeit. Vielleicht gabs auch andere, die das versucht, aber nicht überlebt haben. Über tote Helden redet ja niemand, weil man sie nicht kennt. Dasselbe hätte auch Herrn Heise passieren können. Heute ist er ein Held, und wir sollten ihm das nicht neiden. Herrn Heise RÜCKblickend - da ist dann ja jeder plötzlich schlauer - einen Vorwurf zu machen, daß er in dieser schlimmen Lage nicht NOCH besser reagiert hat als geschehen, scheint mir schon per se abwegig. Im übigen höre ich die Geschichte mit der angeblichen Aufforderung zur "Gun-Mitnahme" zum ersten Mal, glaube sie nicht, ist aus verschiedenen Gründen nicht schlüssig, aber seis drum. ----------Wenn Sie meine eigene Ansicht von den Vorfällen (sind ja inzwischen mehrere) hören möchten: KERNursache ist der Liebesentzug, der den Buben heute schon in jüngsten Jahren entgegenschlägt. Statt dessen Ausgrenzung, Verachtung, Haß, Verweigerung liebevoller Hilfe und Unterstützung in schwierigen Lagen. Für jeden, ganz besonders für junge Leute ist es nun mal besonders wichtig: anerkannt, geliebt, gebraucht zu werden. Was erleben da unsere jungen Burschen heute von Kindesbeinen an? Gab es vor Ausbruch des Sexismus in USA und BRD derartige Erscheinungen? Klingt zynisch: aber die Schulen, die Gesellschaft, die Gesetzgebung die Medien sind eigentlich selber schuld. Das Problem fängt doch schon in Kigas, Grund- und Hauptschulen an. Irgendwann läuft das Faß dann über.... Der Brief von Robert ist ein eindrucksvolles Indiz dafür, mit welchen Problemen die jungen Burschen heute zu kämpfen haben. Da ist ganz allgemein viel mehr Zuwendung, viel mehr Liebe, viel mehr Verständnis erforderlich! Ihr |
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