Amoklauf in Erfurt
Freitag 26.April 2002
Zuschrift von Uli

hallo zu dem thema erfurt

es geht für mich noch weiter als karin und rocco beschrieben haben.

es ist nicht nur ein mangelndes wahrnehmen von jugendlichen und eine lieblose erziehung durch selber lieblos unfähig produzierte eltern, sondern es geht noch weiter. Für mich streift dies die Machtfrage, und ich will es erklären an einem andern beispiel in meinem dorf.

es wurde ein neuer parkplatz in der innenstadt geschaffen, wo die anwohner einige parkplätze für sich forderten. Der bürgermeister negierte das, machte ein dreistunden-parken daraus und stellte einen polizisten ein, der den parkplatz kontrollieren soll.

eine agende-gruppe, die eigentlich für die Bürgerbeteiligung steht, machte vorschläge für die Innenstadt, die eigentlich verbindlich sein sollen, und der bürgermeister fomulierte dies um in: man muss mal prüfen, ob der und er vorschlag möglich ist. Fakt er hat gar keine lust, sich was sagen zu lassen. und die agenda -gruppe, die sich nächtelang um lösungen kümmerte, wird in zwei minuten vom Machtinhaber einfach weggewischt, weil es ihm nicht passt, mit bürgern zu reden.

Und hier sitz das problem , feudalistische oder faschistische? Strukturen bzw. eine demokratie, die keine ist, macht bürgerbeiligung zur farce. eigene Meinungen werden von oben kaputt gemacht, Reaktion im dorf auf die bürgermeisdterei: ein einziges pahhh und keiner geht mehr zur wahl.
D.h. man kann von unten nichts mehr machen, alle freiräume, in denen man sich noch irgendwie entfalten kann, werden, von oben verwaltet, kaputt gemacht.. es gibt keine möglichket mehr, eine eigenen identität aufzubauen, die oberen nehmen sie dir weg, mit dem ergebniss der völligen gleichgültigkeit, keine beteiligung mehr , es ist den leuten nun egal, was da passiert, und das lässt sich doch auch auf erfurt übertragen.

wir haben eine gesellschaft, wo beteiligung und identifikation zur farce wird, macht zählt, aber nicht diskussion und beteiligung.

In erfurt kann man sich fragen, warum der jugendliche nach dem schulrauswurf einfach alleingelassen wurde. es gab keine instiution, die das aufgefangen hätte. oder z.b. die eltern verständigt hätte, dass er nicht mehr in der schule ist. ein pädagogisches unding, was aber auch wiederum das vorhergeschilderte bestätigt: diese gesellschaft hat an kommunikation keinerlei interesse. hier zählt die macht und das, bis in das pädagogische hinein, hat sich verselbständigt, da es keinerlei kommunikation mehr gibt.

für mich ist der jugendliche auch ein klares opfer, aber kein einzelnes. der ganze staat leidet darunter, verrohung etc..
kein wunder, orwell ist auch nicht mehr weit..

uli