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Massenmord in Erfurt -
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Angesichts der Fülle von wichtigen Beiträgen, Analysen und Kommentaren zu dem Massaker von Erfurt einige besonders bedenkenswerte Gedanken."Wir brauchen in unserem Land jeden, hoffnungslose Fälle können wir uns nicht leisten", sagt der Präsident des finnischen Zentralamtes für das Unterrichtswesen, Jukka Sarjala. (Zwischen Erfurt und Pisa. Der Thüringer Amoklauf ist ein Einzelfall - und stellt dennoch das selektive Schulsystem infrage DIE ZEIT 19-2002, 02.5.2002) Deutschland liegt bei der internationalen Vergleichsstudie Pisa (Programme for International Student Assessment) in allen untersuchten Kompetenzbereichen weit unterhalb des internationalen Durchschnitts. Fast 23 Prozent der Schüler verfügen nur über elementarste Lesekenntnisse, 24 Prozent kommen über das Grundschulniveau im Rechnen nie hinaus. (Weit unterdurchschnittlich. Die Leistungen deutscher Schüler im internationalen Vergleich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2001) Lutz: Ich will Ihnen ein paar Zahlen vor Augen führen: In den Jahren 1995 bis 2000, neuere Zahlen habe ich nicht, sind jedes Jahr in Ostdeutschland vier bis fünf Mal so viel Jugendliche aus Schule und Ausbildung ausgetreten als ältere Menschen durch Übertritt in Rente Arbeitsplätze geräumt haben. ("Im Grunde keine Option mehr" - Interview mit dem Soziologen Burkart Lutz über die Situation ostdeutscher Jugendlicher. Tagesschau.de 27.4..02) Goetz Eisenberg: Dem Amoklauf scheint der soziale Tod vorauszugehen: Ein Mensch fällt aus seiner Ordnung der Dinge und brütet im Privaten und im Innern über seinen Unglücksvorräten. (...) (Die Gewalt aus der Kälte. Ein Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler und Amok-Experten Goetz Eisenberg DIE ZEIT 19-2002, 02.05.2002) Steinhäuser wurde an eine andere Schule verwiesen. Im November 2001 brach der Kontakt zwischen Schulen, Schulbehörde und dem Schüler ab. Die Behörde unterrichtete Steinhäusers Eltern nicht von dem Abbruch der Schulausbildung, denn Steinhäuser war volljährig. Zudem soll er zugesagt haben, die Eltern zu unterrichten, was er aber offenbar nicht getan hat. In zeitliche Nähe mit dem Schulverweis fällt die Anschaffung der Waffen. (...) Obwohl die Polizei die Familienverhältnisse in einer offiziellen Stellungnahme als intakt schilderte, herrschen unter anderen Polizisten Zweifel daran, daß das Verhältnis der Eltern zu Robert "intakt" gewesen sein könne. Wenn der Sohn den Schulverweis verheimlichen konnte, folgerte ein Beamter, bestehe zumindest ein "Kommunikationsproblem". (...) ("Täter nicht durchs Abitur gefallen" Frankfurter Allgemeine Zeitung 02.05.02) Wir glauben einfach nicht mehr daran, dass in unserer Gesellschaft für jedes Kind wenigstens ein Erwachsener da ist, der die Verantwortung trägt. Dem das Kind vertraut - und sich verpflichtet fühlt. Der merkt, dass ein Zwölfjähriger raucht oder dass in einem Neunzehnjährigen tödlicher Hass und unvorstellbare Gefühllosigkeit wachsen. (Er kam nicht vom anderen Stern. Robert S. und der Mord als Menetekel: Wo die Familie versagt, helfen weder die besten Schulen noch die strengsten Gesetze. Von Susanne Gaschke DIE ZEIT 19-2002, 02.05.2002) Das gesellschaftliche Problem an dieser Tat ist, dass hier ein verzweifelter Mensch zu glauben schien, nur durch eine derart monströse Bluttat an einem friedlichen Ort auf sich aufmerksam machen zu können. (Metalldetektoren vor der Schule? Andreas Petzold, Chefredakteur stern.de - 29.04.2002, STERN 19/2002) |
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