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Die schönsten Leselöwen Geschichten |
Vom Sternenkind |
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Abends, wenn die Kinder auf der Erde schlafen gehen, wird das Sternenkind wach. Es reckt sich und streckt sich, dass seine Hängematte zwischen den Sternenspitzen schwankt. Nachdem es dreimal gegähnt hat, schwingt es sich auf die Beine und macht erst einmal zwölf Kniebeugen und zehn Hampelmänner zum Warmwerden. Da es auf seinem Stern kein Wasser gibt, nimmt das Sternenkind rasch ein Sandbad und schrubbt sich tüchtig ab, bis es am ganzen Körper wie frisch geputztes Silber schimmert. Schließlich kämmt es seine Haare, dass die Sternschnuppen nur so in die Nacht hinaus zischen, und wirft seinen Umhang aus Milchstraßensternen um. Im Weltall ist es nämlich ziemlich kalt. Zum Frühstück gibt es Astronautenfutter, das der Mondmann aus einer Mondrakete stibitzt hat, und natürlich einen großen Schluck köstlich frischer Milchstraßenmilch. "Hm!", sagt das Sternenkind. "Lecker!" Und dann springt es endlich zum Spielen in die Nacht hinaus. Zuerst bläst es ein wenig auf der Sternenflöte, so dass das ganze Weltall klingt. Erst wenn auch die Sterne mitsingen und zu schunkeln beginnen und der Mann im Mond laut „Ruhe!" brüllt, hört das Sternenkind auf. Aber nicht, weil der Mondmann gebrüllt hat. 0 nein, so ängstlich ist das Sternenkind nicht. Es hört auf, weil es jetzt lieber Weitwurf mit Mondgesteinen üben und anschließend auf einem Kometen reiten will. Kometenreiten ist herrlich, findet das Sternenkind. Und je wilder und feuriger ein Komet ist, desto schöner. Ganz gleich, ob er bockt oder springt oder zischt oder Feuer spuckt, das Sternenkind klammert sich einfach mit Händen und Beinen fest und jauchzt vor Vergnügen, dass die Mondberge wackeln. Neulich hat es mit seinem Sternenlasso nur knapp einen Kometen verfehlt, der alle hundert Jahre einmal ganz nah an der Erde vorbeisaust. Wäre das Lasso eine halbe Sternenlänge länger gewesen, hätte das Sternenkind es geschafft. Dann hätte es sich auf dem Kometen ganz nah an deinem Fenster vorbeigeschwungen und dir aus funkelnden, glitzernden Augen direkt ins Gesicht geschaut. Und vielleicht hätte es dir sogar eine Hand voll Sternenstaub geschenkt. Wie Regen hätte das Sternenkind ihn auf dich herunterrieseln lassen: golden oder seifenblasen bunt, eine herrliche Traumnacht lang. Ihr wärt in den Wolken Trampolin gesprungen, hättet das Mondkalb ein wenig geneckt und den grünen Anzug eines Marsmenschen versteckt. Und erst mit dem dritten Hahnenschrei wäre der Schabernack wieder vorbei gewesen. Doch leider war das Lasso zu kurz, mit dem das Sternenkind sich Kometen fängt, und die Sache ging schief. Ein Viertelstündchen war das Sternenkind traurig. Es schmollte und warf Sand auf die Erde, der dort mitten im Sommer als Graupelschauer und Hagel ankam. Doch gleich lachte das Sternenkind wieder, denn Streiche spielt es für sein Leben gern. "Huhu, hallo!", rief es in den Weltraum hinaus und stellte sich vor, dass du es hörst. "In hundert Jahren probiere ich es wieder. Hundert Jahre sind schnell vorbei." Dann legte es sich müde in seiner Hängematte zwischen den Sternen schlafen. Soeben ging nämlich die Sonne auf. |
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