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ElternkummerVergessen können Kinder Gewalterfahrungen nie |
Antwort an BlondeMaus |
26. März 2003 |
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Guten Abend, BlondeMaus, danke für Ihre Nachricht, die ich sehr Ernst nehme. Dass Ihre Tochter so bitter unter der Gewalt des Vaters ihres gemeinsamen Kindes leiden musste/muss, ist schrecklich. Ich hoffe für sie, dass sie umfassende Hilfe bekommen hat. Sie fragen mich, ob ich noch ruhig schlafen kann und dass Sie es nicht könnten, wenn Sie an meiner Stelle wären. Vermutlich fragen Sie mich danach, weil Sie meine Bücher oder andere Texte über das Leid verlassener Väter gelesen haben. Warum, frage ich Sie, sollte ich denn nicht ruhig schlafen? Weil ich AUCH das Leid der Väter sehe? Weil ich schreibe und sage, dass AUCH Väter Menschen sind und ungerecht behandelt werden, wenn sie ihre Kinder lieben, wenn sie weder diese noch die Mutter je schlecht behandelt haben und weiter nichts möchten, als ihre Kinder aufwachsen zu sehen, Anteil an ihrem Leben zu haben? Sie fragen mich, ob ich je misshandelte Frauen kennengelernt, mich je mit ihrem Elend befassst habe. Wenn Sie sich meine Website anschauen, sehen Sie, dass ich eine der ersten deutschen Autorinnen war und bin, die Aufsehen erregende Bücher über sexuellen Kindesmissbrauch und Vergewaltigung geschrieben haben. Diese Bücher schildern echte Schicksale. Um sie verfassen zu können, habe ich mich bis heute und seit vielen Jahren intensiv mit dem Leid der Betroffenen befasst. Dazu gehört mein intensives öffentliches und privates Eintreten gegen Gewalt und Misshandlungen aller Art. Dafür bin ich mindestens ebenso bekannt wie dafür, dass ich AUCH Vätern zur Seite stehe, die leiden. Ich verstehe, dass Sie in Ihrer persönlichen Betroffenheit verzweifelt sind und sich wie in einer Hölle fühlen. Und selbstverständlich haben Sie Recht mit Ihrer Aussage, dass Kinder extrem darunter leiden, wenn sie die Mutter und/oder den Vater unter Gewalt leiden sehen. Dieses Leiden hält fast immer lebenslang an und äußert sich tragisch in der eigenen Lebensplanung der heranwachsenden Kinder. Aber dieses Leid beweist nicht, dass alle Männer Gewalttäter und Verbrecher sind, dass kein Vater sein Kind liebt, oder dass alle Mütter unschuldige Opfer sind. So einfach macht es uns das Leben leider nicht. Mit allen guten Wünschen für die Bewältigung Ihres Schicksals, Karin Jäckel |
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