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ElternkummerVon wegen armer Vater! Doch das Jugendamt hilft mir nicht. |
Chiara Maler |
3. Mai 2007 |
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Hallo Frau Jäckel, gemessen an dem Kummer, den viele andere Mütter und Väter bei Ihnen schildern, ist meiner eher kleiner, aber er ist eben mein Kummer und er ist für mich genauso bitter. Ich habe mich im Januar 2005 von meinem Mann nach 14 Jahren getrennt. Einen Unterhalt für mich habe ich nie von ihm gefordert, auf den für meine Kinder wollte ich aber nicht verzichten. Zunächst hat er mir erklärt, er wolle weiter für die Kinder sorgen, hat dann im Juni die Unterhaltsschuldtitel beim Jugendamt unaufgefordert titulieren lassen. Dort hat man ihn offensichtlich "richtig" beraten und er hat einen Titel unterschrieben, der sich nicht automatisch an Erhöhungen anpasst, was ja Blödsinn ist. Die staatlichen Erhöhungen des Mindestunterhalts und durch das Alter der Kinder sind somit nicht erfasst. Danach hat mein Mann den Kindes-Unterhalt nur unregelmäßig oder gar nicht oder bis zu 150,-€ weniger pro Monat gezahlt. Ich habe im September 2005 das Jugendamt um Beistandschaft gebeten, da ich mich zu dem Scheidungsgeplänkel nicht auch noch mit dieser Angelegenheit rumschlagen wollte. Das Jugendamt hat bis November 2006 gebraucht (14 Monate) um überhaupt den fehlenden Unterhalt einzutreiben und das nur, weil ich einen persönlichen Brief an den Vorgesetzten der Sachbearbeiterin geschrieben habe. Zwischendurch zahlt mein Mann immmer mal wieder keinen Unterhalt und seine Unterlagen, aus denen eindeutig sein Gehalt hervorgeht, hat er bis heute nicht beim Jugendamt einreichen müssen. Mein zweiter Sohn ist inzwischen seit 15 Monaten 12 und der Vater braucht obwohl er ein Lehrergehalt (von 2.300,- € netto) hat, keinen Mindestunterhalt zu zahlen, weil der noch nicht festgestellt ist. Der Sachbearbeiter behandelt mich regelmäßig am Telefon so, als ob ich das Geld dazu nutze mir einen schönen Abend im Spielcasino zu machen und hat mir auch verraten, dass nach seiner persönlichen Meinung es völlig egal ist, ob das Geld am Anfang oder am Ende des Monats gezahlt wird. So hatte mein Ex-Mann im Dezember nichts gezahlt, dafür aber Anfang Januar. Auf den Beleg schrieb er "Januar", obwohl es sich um den Unterhalt für Dezember handelte. Dadurch hat er sich einen Monat gespart und ließ mich Weihnachten im Minus sitzen. Das Jugendamt unternimmt nichts gegen diese Unterschlagung. Ich fühle mich von dieser Institution Jugendamt völlig im Stich gelassen. Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie es wohl anderen Müttern geht, die nicht in der Lage sind, wenigstens schriftliche Beschwerden zu schreiben. Wenn ich als Sekretärin so arbeiten würde wie das Jugendamt, hätte ich meinen Job schon lange verloren. Ich würde mich freuen, wenn ich, wenn auch nur einen kleinen Teil, zu Ihren Recherchen über das Jugendamt beitragen könnte. Außerdem könnte ich Ihnen noch einen langen Vortrag über die Verhaltensweise meines Mannes zu seinen Kindern halten die er, obwohl ich ihm den Zugang nie verwehrt habe, nur sporadisch anruft oder trifft. Von wegen arme Väter, - wir haben hier eher den bequemen Vatter. Viele Grüße, Chiara Maler |