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Elternkummer

Das Jugendamt hat unsere sieben Kinder geraubt.


 
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ihre%20Kinder.htm




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Conny und Josef Haase lieben Kinder. Sieben Mal werden sie Mutter und Vater. Das Haus und der große Garten mit seinen Kirschbäumen ist voll mit Kinderlachen und dem Trappeln kleiner Füße. Es wird geschmust und gespielt, gezankt und sich versöhnt. Alltag in einer großen glücklichen Familie.

Jahre lang meistern Conny und Josef ihre wachsende Familie allein. Doch weil viele Kinder viel Zeit brauchen, bittet Conny das Jugendamt um eine Haushilfe. Einer der kleinen Buben leidet wie Tausende anderer Kinder auch an einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS). Er kann Gefahren schlecht einschätzen. Klettert auf zu hohe Bäume. Ist unaufmerksam, unkonzentriert. Nach der Schule wird er deshalb heilpädagogisch betreut. Das hilft.

Doch als Conny zum siebten Mal schwanger wird, reicht es der für die Zahlung verantwortlichen Dame im Jugendamt wohl. Sie rechnet den Eltern vor, wie teuer die heilpädagogische Behandlung und die Haushilfe sei. Sie erklärt, dass die Familie begutachtet werden müsse, damit sie die Ausgaben weiterhin rechtfertigen könne.
Und völlig arglos willigen die Eltern ein. Sie haben nichts zu verbergen.

Den Tag, an dem das Unheil begann, werden Conny und Josef nie vergessen. Es ist der 11. Oktober 2001. Der vom Jugendamt geschickte Gutachter kommt zur Kaffeezeit. Conny serviert Kekse und Kaffee. Josef tollt mit seinem damals 18 Monate alten Söhnchen herum. Dem Herrn Gutachter geht es zu wild dabei zu. Ob sie sagen würden, dass das Kind aggressiv sei, will er wissen. Die Eltern wundern sich. Der Kleine ist lebhaft. Er liebt die Tobespiele mit dem Papa. Aber aggressiv? Nein.

Ob er wieder kommen dürfe, fragt der Gutachter. Haases haben nichts dagegen. Beim dritten Besuch lassen sie den Gutachter auf seinen Wunsch hin sogar mit zwei der Kinder allein. Er wolle mit ihnen spielen, sagte er. Dass es "komische Spiele" gewesen seien, erzählen die Kinder später. Der Gutachter habe sie gefragt, wie oft sie von der Mutter geschlagen würden.

Haases ahnen immer noch nichts. Trotzdem bricht Conny das Gutachten ab. Ihre Mutter ist kurz zuvor verstorben, sie selbst im siebten Monat schwanger. Die Besuche des Gutachters sind ihr zu viel. Nach der Geburt des Kindes könne man ja weiter machen, sagt sie. Die Dame vom Jugendamt ist problemlos einverstanden. Erst viel später erkennt Conny den Grund. Das Gutachten konnte nur auf freiwilliger Basis ablaufen. Allerdings wurde es nie mehr fortgesetzt.

Am 11. Dezember wird das Baby geboren. Josef hält seiner Frau die Hand. Gemeinsam freuen sie sich an der kerngesunden Kleinen mit dem schwarzen Haarschopf.

Zuhause klappt alles wie geplant. Josef hat sich eine Woche Urlaub genommen. Das von ihnen beiden engagierte Kindermädchen hilft ihm, Kinder und Haushalt zu versorgen. Pünktlich und sauber kommen die Kinder zur Schule und in den Kindergarten. Nur der kleine Bub bleibt daheim, der so gerne Tobespiele mit dem Papa macht.

Am 18.Dezember ist Josefs erster Arbeitstag. Das Kindermädchen ist allein mit dem Kleinen Zuhause. Conny ist im Krankenhaus. Sie stillt ihr Baby, als das Telefon neben ihrem Bett klingelt. "Das Jugendamt holt den Kleinen!", sagt das Kindermädchen völlig aufgelöst.

Noch ehe Conny antworten kann, wird ihr das Baby aus den Armen genommen. Es ist sieben Tage alt. Sie sieht es nicht wieder. Keines ihrer Kinder.

Ohne Anhörung und vorherige Beteiligung wurden die Kinder überfallartig von Zuhause abgeholt, erstmals im Leben von Eltern und Geschwistern getrennt, in Kinderheime verteilt, eines der Kindergartenkinder wird völlig isoliert. Das Baby wird zu einer kinderlosen Pflegefamilie gegeben. Conny ahnt, dass es adoptiert werden soll.

Keinem der Kinder ist ein Wiedersehen mit den Eltern gestattet. Die Kinder müssen zur Ruhe kommen, erklären die Jugendamtsmitarbeiter und Heimerzieher. Sie müssen sich in der neuen Umgebung eingewöhnen. Ein Wiedersehen mit den Eltern gefährde den Erfolg. Es gehe ihnen gut. Sie fühlten sich wohl.

Es bricht den Eltern das Herz. Verzweifelt rennen sie von Pontius zu Pilatus um Hilfe. Sie wollen ihre Kinder zurück. Ohne ihre Kinder ist ihnen das Leben nichts wert. Doch wenn die Maschinerie der im Volksmund als "Kinderklaubehörden" verschrieenen Jugendämter erst einmal so falsch angelaufen ist, dass ein vorgefertigtes Urteil im Kopf der Sachbearbeiter fixiert ist, haben Eltern und Kinder oftmals wenig Chancen.

Die Eltern seien gewalttätig zu den Kindern gewesen, behauptet das Jugendamt. Vor allem die Mutter habe die Kinder misshandelt. Das Kindeswohl sei bei den Eltern gefährdet. Der Gutachter des Jugendamts, der insgesamt maximal drei Stunden im Hause war und nur zwei der Kinder jemals allein explorierte, hat es in seinem Gutachten geschrieben.

Wie zielstrebig die Verantwortlichen im Jugendamt ihren Plan vorantrieben, die Kinder völlig überraschend aus der Obhut ihrer Eltern zu nehmen, erfahren Conny und Josef Haase erst jetzt. Ohne jemals mit ihnen über die angeblich beobachteten Probleme gesprochen zu haben, ohne ihnen auch nur die geringste Chance gegeben zu haben, etwaige Missstände zu beseitigen, stellt das Jugendamt am 17.12.2002 beim Familiengericht den Antrag auf Herausnahme der Kinder aus der eigenen Familie und die Fremdunterbringung.

Diesem Antrag folgt das Gericht ohne Zögern und ungeprüft, ob dies der gesetzlichen Pflicht zum Schutz der Familie bzw. der gesetzlichen Forderung nach Verhältnismäßigkeit der Mittel entspricht.

Heimlich gelingt es einer Tochter, einen Brief zur Mutter zu schmuggeln. Es gehe ihr sehr schlecht, schreibt sie. Sie vermisse die Mama so sehr, mehr als sie sagen könne. Sie sehne sich nach den Geschwistern, nach dem Papa. Sie selbst und auch alle anderen Haase-Kinder wollen nach Hause.

Vergebens. Kindertränen und Elternverzweiflung zählen nicht, wenn es Behörden um das Kindeswohl geht.

Längst sind Rechtsanwälte und Richter am Werk. Es geht vom Familiengericht am Amtsgericht zum Oberlandesgericht. Am 28. März 2002 rufen die Rechtsberater der Familie Haase das Bundesverfassungsgericht an. Dieses verwirft den Beschluss des Familiengerichts mit der Auflage, die Kinder schnellst möglich den Eltern wieder zuzuführen. Und dann geschieht das Unbegreifliche: Das Bundesverfassungsgericht verweist den Fall Haase an das voherige Gericht zurück.

Die zaghafte Freude von Conny und Josef Haase über den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts verfliegt schnell. Wie befürchtet, denkt der Richter am Amtsgericht nicht daran, die Kinder tatsächlich schnellstens nach Hause zu entlassen. Statt dessen folgt er dem Willen des Jugendamtes, welches ja den gesetzlichen Wächterauftrag über das Wohl des Kindes erfüllt, und ordnet ein neues psychologisches Gutachten an. Es soll die Erziehungsfähigkeit der Mutter prüfen.

Heraus kommt, was Volker Laubert von der Aktion Rechte für Kinder e.V. " eine der schlimmsten Verdachtsdiagnosen mit der Folge der totalen und dauerhaften Zerstörung des Familienlebens nennt." Das so genannte Münchhausen-by-proxy-Syndrom (MbpS)

"Eine Mutter", führt er aus, "die heute mit dieser Diagnose konfrontiert wird, ist genauso unrettbar verloren wie eine Frau, die im Mittelalter als Hexe verdächtigt wurde. So wie diese damals eingekerkert, peinlich verhört und bei Uneinsichtigkeit gefoltert wurde, um auf dem Scheiterhaufen zu brennen, so wird die MbpS-Verdächtige heute isoliert, begutachtet und als kriminell kranke Person stigmatisiert, seelischen Qualen ausgesetzt und als Person entwürdigt, erniedrigt und in die Wüste geschickt. Und mit ihr alle, die zu ihr halten, sie vertreten und verteidigen."

Bis zum späten Winter 2002/2003 lag dem Gericht erst ein Entwurf des endgültigen Gutachtens vor. Folglich ist das Verfahren noch immer nicht abgeschlossen. Klar, dass auch die Anweisung des Bundesverfassungsgerichts zur Rückführung der Kinder nach Hause noch immer nicht durchgeführt wurde.

Ob den Verantwortlichen nicht klar ist, "dass ein Abbruch der Eltern-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren dem Kind in der Regel die Basis für seine Orientierung über die Welt und sich selbst entzieht." (Urteil des BVerfG vom 21.6.2002 (Haase))?

Anscheinend beeindruckt dieses Urteil die verantwortlichen und zuständigen Entscheidungsträger so wenig wie die Kenntnis von den leeren Sozialkassen des Staates. Wie anders könnten sie sonst gelassen zusehen, dass die Aufrechterhaltung der Trennung der Kinder von den Eltern monatlich 28 000 Euro verschlingt?

Eine Summe, die noch irrwitziger erscheint, wenn man dagegen rechnet, dass Vater Josef mit 2.900 Euro im Monat über die Runden kam und dabei mit seinen Lieben froh und glücklich war. Was auf recht makabre Art beweist, dass Elternliebe unbezahlbar ist.

Eines der Kinder und die Mutter haben zwischenzeitlich den Trennungsschmerz nicht mehr ertragen und bereits einen Suizidversuch hinter sich. Sie haben ihn überlebt. Aber Glück ist anders.

Ich bin doch nichts wert", schreibt mir Conny Haase. "Weil ich viele Kinder habe, bin ich psychisch krank, so heißt es. Ich habe so viele Kinder, weil ich nur Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr lieb habe, zum Knuddeln und um meine Bedürfnisse zu befriedigen. So heißt es.
Aber ich liebe meine Kinder. Und warum bin ich psychisch krank, nur weil ich viele Kinder habe?
Ich liebe jedes einzelne meiner Kinder und stehe zu meinen vielen Kindern. Ich habe meine Kinder nicht geprügelt. Meine Kinder sind mein Leben, und ohne meine Kinder will ich nicht mehr leben. Ich habe doch gar keine Chancen gegen diese Verbrecher. Staatlich anerkannte Familienmörder nenne ich sie.
Meine Kinder werden gegen ihren Willen festgehalten. Sie wollen nach Hause, weinen sich die Augen aus. Und das Jugendamt schreibt, den Kindern geht es bestens und keines der Kinder fragt nach den Eltern. Na ja, im Moment lebe ich von Beruhigungstabletten und vegetier vor mich hin und hoffe, dass es mit mir irgendwann zu Ende geht, weil ich meine Kinder ja doch nie wieder sehe."

Weitere Informationen und viele Photos von Kindern und Eltern unter:

Familie Haase

Auch wer sich mit einer Spende an den enormen Kosten beteiligen möchte, die von Familie Haase für den Kampf um ihre Kinder aufzubringen sind, findet hier den richtigen Hinweis.


 

Bericht von Karin Jäckel

Brief von C.Haase an Karin Jäckel

Hilfe durch den
"Elternkreis ohne Kinder - Trennung von Amts wegen"

ELTERN - SIEG in Staßburg
Urteil:
Menschenrechtsgericht rügt deutsche Sorgerechtsentscheidung


 

Offener Brief von Karin Jäckel ins politische Gästebuch der Stadt Münster.




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Für Menschen, die Probleme mit dem Jugendamt haben

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