Elternkummer

Ich bin 22, mein Ältester ist fünf -
Für das Jugendamt bin ich eine schlechte Mutter

Maria

6. Februar  2004

Hallo,

mein Name ist Maria und ich habe den ganzen Brief von Conny Haase auf Ihrer Webseite gelesen. Ich kann es kaum fassen, denn bei uns läuft es ähnlich ab. Ich bin Mutter von 3 Kindern und sie wurden mir weggenommen, weil das Jugendamt behauptet, ich würde meine Kinder schlagen und nicht ausreichend versorgen. Das ist nicht wahr, und kein Richter will mir glauben.

Wir sind eine sehr junge Familie ( ich 22 und mein Freund 27), meine Kinder sind 5, 2 und 1 Jahr. Mein Ältester leidet auch an ADS.

Bei uns gab es viele Probleme, als mein Ältester geboren war; und das Jugendamt schaltete sich ein.

Ich hatte auch schon Hilfen, aber nur SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe),und die nicht oft und nicht hilfreich.
Das Spiel ging 5 Jahre mit 3 SPFH. Ich meine, es hat was gebracht; aber das Jugendamt sagt nein. Letztes Jahr ging es erstmals vor Gericht wegen Kindeswohlgefährdung.

Es wurde beschlossen, dass wir nach Münster in ein Eltern-Kind Haus gehen sollten. Ich habe zugestimmt, weil ich zeigen wollte, dass ich eine gute Mutter bin. Ich habe meine Kinder sehr lieb; ich habe sie nie geschlagen oder ähnliches gemacht. Das einzige Problem, was ich hatte: ich bin ein sehr impulsiver Mensch, der schnell an die Decke geht, wenn er sich bedroht fühlt.

Das Eltern-Kind-Haus befindet sich auf dem Gelände des Kinderheims XY in Münster; und ich fand es anfangs sehr gut. Aber andere Mitbewohnerinnen warnten mich: Der Schein trügt. Ich glaubte es nicht, bis ich es selber merkte.

Wir sollten 3 Monate da bleiben, damit man eine Diagnostik schreiben sollte. Nach 3 Wochen sagten die Arbeiter mir andauernd, ich solle meine Kinder abgeben, weil ich völlig überfordert wäre. "Quatsch!", hab ich gesagt.
Sie sagten es trotzdem immer wieder. "Frau XXX, Sie machen das sehr gut, aber es reicht nicht." Wenn ich dann gefragt habe, was nicht reicht, konnten sie mir keine Antwort geben. Sie nervten mich immer wieder damit, und irgendwann bin ich geplatzt. Ich habe eine Arbeiterin angeschrien. 3 Tage später sind ich und mein Freund rausgeflogen. Der Grund: Ich hätte eine Mitarbeiterin angegriffen und würde nicht mitarbeiten.

Die Kinder haben sie gleich da gelassen.

Das Haus hat die Diagnostik geschrieben. Als ich sie gelesen hab, dachte ich, ich sterbe gleich. Da steht drin, ich hätte meine Kinder geschlagen und psychisch ruiniert.

Es ging erneut vor Gericht. Mir wurde das Sorgerecht entzogen. Und ich kann hilflos mit ansehen, wie meine Kinder zu Grunde gehen.

Mein jüngster Sohn ist in einer Pflegefamilie, und die beiden anderen sind noch in diesem Haus. Dem Jüngsten geht es soweit gut, aber die beiden anderen, ich weiss nicht. Ich erkenne sie nicht wieder.
Keine Arztbesuche (wegen U-Untersuchungen, Impfungen und Ausschlag), ständig die selben Sachen an, und sie leiden.

Die Betreuer sagen auch, den Kindern geht es gut. Aber als Mutter merkt man, wenn was nicht stimmt. Mein Ältester macht den Anschein, als sei er auf Tabletten; und der Mittlere ist ständig krank (Fieber, Husten, Schnupfen und Ausschlag.

Keiner glaubt mir; und jeder glaubt, was in diesem Diagnosebericht steht.

Ich weiss nicht mehr weiter. Jeder aus der Familie und dem Freundeskreis sagt, ich seie eine gute Mutter und das irgendetwas mit diesem Haus nicht stimmt. Die Leute lügen; und niemand denkt an meine Kinder.

Für das Jugendamt ist es schon wie ein Krieg. Hauptsache, sie gewinnen.
Ich habe schon alles versucht, aber keiner hilft oder glaubt uns.

Bitte, helfen sie uns. Ich wäre ihnen sehr dankbar. Ich könnte einen ganzen Roman schreiben; aber ich glaube, das, was ich geschrieben habe, reicht erstmal. Wenn Sie mehr wissen möchten oder mir sogar helfen können, schreiben Sie mir bitte. Danke fürs Zuhören.

Maria

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