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Gedanken vom "allerbesten Papa" an seine Tochter Celine


 

Antwort von dir
Februar 2009

Ich ring so furchtbar nach Luft in diesem für mich überaus leeren stickigen Kinderraum, stehe in den vielen Scherben Deines Verderbens.
Die unglaublich schwere Luft der Erinnerung dringt hier in mich so tief ein, denn ich fühle, hier bin ich ohne Dich, hoffnungslos, sehr allein.

Fenster ohne Leben, schwaches, dünngraues Morgenlicht erreicht nur mich, drückt mich fest zu Boden, kann mich nicht mehr halten, muss mich setzen, sehe mit Entsetzen Zeichenarbeiten, die Du maltest für den Kindergarten, etwas vergilbt, nur unsere Urlaubsbilder nicht, ja, da sind wir wieder, Du und ich.
Kind, ich liebe Dich, genau wie Du mich.

Wie es früher war mit Glanz und Schein, kann es heute leider nicht mehr sein, wir treiben in den wilden Fluten der großen Ungerechtigkeit, der vielen Sorgen und der bitteren Einsamkeit.
Jeder auf einem alten, wackligen Floß, rettungslos, ja, fast aussichtslos entfernen wir uns täglich ein Stück mehr voneinander. Ich hoffe, dass das Seil nicht reißt, das diese Flöße noch verbindet, hoffentlich diese Stromschnellen überwindet. Der gefährliche Ozean droht mit der Anonymität, wenn nicht gar ein Floß von uns zerschellt, ja, untergeht.
Nur Blut und Namen lassen dann erahnen, wir gehörten doch zusammen.

Ach, was wollte ich eigentlich hier? Ach so, die Spielsachen von Dir, ein Teil von dem so Vielen, nämlich diese Sachen, die Kinder alle so lieben, nehme ich mit etwas Wehmut, aber gut verstaut in den Wagen, fahre sie zu einem Ort, wo Du schon lange fort, nun aber viele andere neue Kinder sind, wo Du doch so gern warst selber als kleines Kind.

Es ist Dein alter Kindergarten, wo nun alle Kinder spielen nur noch mit Deinen tollen Sachen, die mich für Dich froh und glücklich machten. Die Freude der Kinder vernahm ich kaum, da ich da stand wie im Traum, im seichten Nebel der Gedanken, wo sich rasant Episoden wie in den Farben eines riesigen Regenbogens über mich spannten, es war gespenstisch schön, konnte ich einen Augenblick sogar Dich doch darin sehen.

Ich war am Gehen, da konnte ich ein kleines Mädchen von weitem mit leiser Stimme vernehmen:
"Hallo, hallo, du fremder Papa, nicht weggehen, bleib mal kurz stehen, ich hab da was im Kleid einer Puppe gesehen, will es dir gern geben, Du wirst es verstehen, das musst Du mitnehmen."

Ich ging auf das kleine Mädchen zu, gedacht hatte ich, es wärest Du, ihre kleine Hand gab mir einen Brief, den ich auf der Stelle verstand, da ich früher solche Briefe so oft von Dir an mich in Sachen von Dir fand.
Dem Kind konnte ich beim Aufwiedersehen nicht in die hübschen Augen sehen, hatte sie mir doch einen Brief, eine Antwort von Dir gegeben.

Ich zögerte lange beim Weitergehen, keines der Kinder, auch das kleine Mädchen war nun nicht mehr zu sehen. Zittrig und schwer öffnete ich das zerknitterte Kuvert.
Ich sah ein kleines herzförmiges Medaillon, auf ein Stück Pappkarton geklebt, worunter geschrieben steht:
"Lieber Papa,
danke für den tollen Tag mit Dir und diese schöne Puppe hier, deshalb schreibe ich dieses Briefchen nur an Dich allein, möchte immer bei Dir sein." Diese Zeilen verdeutlichten mir erneut diesen Tag, den ich lange vergaß, schaute langsam auf, sah in so viele Kinderaugen, ich konnte es nicht glauben.

Alle Kinder winkten von innen hinter großen Fensterscheiben, ganz so, als solle ich bleiben, auch das kleine Mädchen mit der Puppe in den Arm schaute mich ganz lustig lange, lange an, das ich nicht vergessen kann.
Beim Winken und Gehen gab ich zu verstehen, Kinder ihr werdet mich bald wieder sehen, allein schon wegen der Kleinen wird mir kein Weg zu weit sein.

Die Antwort von Dir, -- jetzt zwingt mich niemand mehr in die Knie, werde weiter kämpfen wie noch nie um unsere Vater - Tochter Harmonie.

Dein allerbester Papa



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