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ElternkummerIch habe dem Vater vertraut |
Sabine aus Belgien |
17. Februar 2004 |
Wer kann Sabine helfen?Treffpunkt Boulevard Nr. 105Eine Mutter ruft um Hilfe - sie schreit ihr Unverständnis, ihren Schmerz auf den Strassen, vor Gerichten: man hat ihr ihre Tochter weggenommen, ungerechterweise. Die Justiz bittet sie um Geduld. Warum ? Zu welchem Preis ?Das Leben gleicht manchmal einem Film ; es gibt die verrücktesten Lebensgeschichten, die sich normal Sterbliche sich nicht einmal Traum ausdenken könnten, oder aber es sind Alpträume, wie in diesem Fall. Diese Geschichte ist kompliziert, international und ihr Szenario hat ein ganzes Leben beeinflusst. ![]() SabineEine Mutter, ein Mädchen; eine Scheidung, eine Liebesgeschichte: das kommt alle Tage vor. Aber diese Geschichte ist verschieden, wunderbar und tragisch. Wunderbar, weil sie über die Liebe einer Mutter für ihre Tochter berichtet; tragisch, weil sie zwei Männer in Szene stellt, die, jeder auf seine Art, versucht haben, diese Liebe durch Grausamkeit, durch Stolz, durch Egoismus, betrügerisch zu brechen. Die Mutter heisst Sabine und stammt aus Belgien; das Mädchen trägt den schönen keltischen Namen Maëliss. Eine grosse Komplizität zwischen den beiden, ein Leben von Reisen und Erfahrungen. Maëliss spricht fünf Sprachen (!), sie ist acht Jahre alt. Dieses Kind bedeutet Sabine alles; sie hat alles dafür gegeben, um ihrer Tochter die selbe unglückliche Kindheit, der sie selbst zum Opfer gefallen war, zu vermeiden. StefanDer Erste dieser Männer ist ein Deutscher, er heisst Stefan; er ist der Ex-Ehemann von Sabine. Er ist auch ein ex-professioneller Tänzer, der seiner Frau und seinem Töchterchen nur schlechte Sabine trennt sich bald von ihm. Sie findet einen Job in einem Restaurant, das auf der Insel Madeira angesiedelt ist und wo sie drei Jahre lang lebt. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht und die zu schwere Verantwortung führt dazu, dass Maëliss die meiste Zeit mit ihrem Vater verbringt. Auf Madeira lernt sie im Dezember 2000 dann den zweiten Mann dieser Geschichte kennen. AlexAlex ist Schweizer, Direktor eines grossen Schweizer Unternehmens und verbringt seine Ferien mit einer Freundin auf der Insel. Nach einer Woche reist er wieder ab. ![]() Einen Monat später bekommt Sabine Nachrichten - einen Brief, eine Internet-Adresse und ein Buch über den Tessin erhält sie von dem neuen Bekannten. Es ist eine Einladung, in die Schweiz zu kommen. Dank E-Mails ist schnell geantwortet, die Einladung nimmt bald einen anderen Sinn. Die Distanz ist gross und Sabine fragt sich, was sich dieser Mann erhofft. Er möchte, dass Sabine ihn besser kennen lernt. Der Schweizer schickt ihr dann zwei Flugzeugtickets für Neu-Mexiko, inkl. einen Hotelaufenthalt für eine Woche, um die weisse Wüste zu besuchen. Nach langen Überlegungen - im Zusammenhang mit der Sicherheit ihrer Tochter - beschliesst Sabine, die Einladung anzunehmen. Kündigung des Arbeitsvertrages, Spannungen mit Stefan; Sabine weiss, dass sie nach der Rückkehr die Scheidung erwartet und sie die Insel verlassen werden muss. Die Reise verläuft nicht sehr gut und Sabine stellt sich Fragen über diesen Mann, der ausgibt, ohne zu zählen, und der sie manchmal sonderbarerweise an ihren Vater erinnert. Kalt verlässt sie ihn und ist überzeugt, dass es so besser ist. Die Scheidung mit Stefan erfolgt nicht zum finanziellen Vorteil von Sabine, denn sie will diese Seite schnell umdrehen und endlich frei sein. Alex hinterlässt eine Nachricht, er möchte Sabine wieder sehen und Sabine schätzt es, dass er die ihre Geschichte nicht so schnell vergisst. ![]() Sie kehrt nach Belgien zurück, um bei ihrer Mutter und in Gesellschaft von Maëliss nachzudenken. Nach reifer Überlegung beschliesst die junge Frau, Alex in der Schweiz wieder zu treffen. Und von da an wird die Sache eine andere Wendung nehmen. Sabine wandert im Dezember 2002 mit ihrem Freund und ihrer Tochter in die USA aus. Ihr Freund Alex will dort ein Unternehmen aufbauen und sie soll ihm dabei helfen. Anfangs ist es wie im Traum: Sabine glaubt, endlich ein neues Leben beginnen zu können. Grosser Irrtum :das Unternehmen wrid im Januar 2003 eröffnet - im Februar lässt Alex Sabine fallen, indem er ihr kaum genug zum Leben gibt. Starke Zweifel kommen auf. In den folgenden Monaten kommt die wahre Persönlichkeit von Alex an den Tag; er entpuppt sich als grausam und unbeständig. Sabine hat noch ein persönliches Konto in der Schweiz, er wird es leeren und kaum 60 Franken darauf lassen. Alex plündert auch ihr gemeinsames Konto. Ausserdem entdeckt Sabine illegale Geschäfte im Unternehmen. Sabine besitzt plötzlich nichts mehr; ihre persönlichen Sachen und Papiere sind von Alex beschlagnahmt worden und er lehnt es ab, sie ihr zurückzugeben. Im Juni 2003 schickt Sabine ihre Tochter zu ihrem Vater in die Ferien. Während dieser Zeit will sie diese Ange-legenheiten in Ordnung bringen. Drei Tage später wirft Alex Sabine aus dem Unternehmen, wie auch einen Schweizer Internet-Spezialisten. Er setzt sie unter psychologischen und materiellen Druck, kurz, er tut alles, um Sabine aus den USA zu vertreiben; sie ist störend geworden, sie weiss zuviel. Als seine Lebensgefährtin seit mehr als zwei Jahren, gibt die Gesetzgebung von Texas Sabine zwar das Recht auf die Hälfte der Güter von Alex, aber auch die Gesamtheit der Verantwortung über Illegalitäten und Schulden. ![]() Die Amerikaner beschliessen trotzdem, Sabine finanziell zu unterstützen, damit sie über einen Verteidiger vor der Justiz verfügen kann. Da all das viel Zeit nimmt, bittet Sabine den Vater ihrer Tochter, das Mädchen noch einige Zeit in Deutschland zu behalten. Sie besteht aber darauf, dass sie deswegen auf keinen Fall die Rechte auf ihre Tochter aufgeben will. Der Vater akzeptiert und verspricht, sie zu unterstützen, nur nicht finanziell. Bald beginnt er aber, Probleme zu schaffen und Sabine kann ihre Tochter nicht mehr ans Telefon bekommen. Er redet schlecht über sie in seiner Familie und bei seinen Freunden, indem er behauptet, dass Sabine nie versucht, mit ihrer Tochter zu telefonieren und dass sie das Mädchen nicht wiederhaben will. Um diese Probleme auf dem Rechtsweg zu lösen, kommt Sabine in die Schweiz (Alex ist Schweizer und er hat ihren Besitz immer noch nicht zurückerstattet und ohne Geld und Papiere kann sie momentan in Deutschland nichts ausrichten). Am 10. Dezember 2003 kommt sie in Zürich an und nimmt den Zug nach Biel. Ein Verein, " Solidarité femme ", nimmt sie auf und will sie unterstützen. Es ist bis jetzt die einzige Organisation, die akzeptiert hat, ihr zu helfen. Sabine ist seit sieben Monaten total von ihrem Kind getrennt und kämpft mit all ihrer Energie gegen einen Vater, der eine deutsche, unilaterale Rechtsprechung, benutzt, um ihr das Kind vorzuenthalten. (Die deutsche Justiz hat ihr nie die geringste Gelegenheit gegeben, sich zu erklären und zu verteidigen.) ![]() Sie stösst eines Tages zufällig auf einen Mitarbeiter von " Objectif Réussir / Treffpunkt Boulevard ". Wir öffnen unsere Spalten, um über ihre Geschichte zu berichten. Wir sind nur eine kleine Zeitschrift und denken, dass dieses Schicksal eine wichtigere Reportage wert wäre. Also, sehr geehrte Damen und Herren der wichtigen Medien unseres Landes, tun sie etwas, es ist wichtig! Oder ist die Liebe einer Mutter für ihr Kind eben doch weniger wichtig als die grossen Weltaffären ? Urteilen Sie selbst. Aber denken Sie daran : Sabine braucht dringend Rat und Unterstützung.Wir tun, was wir können - und Sie ?Beitrag mit Erlaubnis von Sabine aus der Zeitschrift für Obdachlose |