Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt"

Meine Erfahrung nach 17 Jahren Sozialarbeit in der Jugendarbeit und nach 9 Jahren als Straßensozialarbeiter in Berlin-Hellersdorf

Leserzuschrift vom 9. Mai 2002

sehr geehrte frau dr. jäckel,

ich weiß zwar nicht ob ihre e-mail adresse noch richtig ist, aber ich möchte ihnen doch ein paar zeilen zu ihrem buch "deutschland frisst seine kinder" schicken, oder es zumidest versuchen.

kurz etwas zu meiner person:

ich habe 17 jahre als sozialarbeiter in verschiedenen bereichen der jugendarbeit gearbeitet, zuletzt neun jahre als straßensozialarbeiter in berlin - hellersdorf.

dort, so können sie sich vorstellen, habe ich viele der von ihnen beschriebenen umstände selbst zur genüge kennen gelernt. leider musste ich diesem beruf erst einmal ade sagen und fahre jetzt u- bahn in berlin.

dieser wandel hat ursächlich auch mit einigen der von ihnen beschriebenen dinge zu tun, die sie in ihrem buch darlegen.

sie haben sich trotz massiven drucks nicht "kleinkriegen" lassen. Dafür meine uneingeschränkte hochachtung!!! Leider kann ich das so von mir nicht sagen und gönne mir deshalb erst mal eine zweijährige auszeit.

aber es besteht noch hoffnung, daß auch menschen die in diesem bereich arbeiten, immer mehr zu einer realen sicht auf die dinge, die sie tag für tag erleben, gelangen.

als besonders markant ist hier der bereich zu nennen, der sich da geschlechtsspezifische arbeit nennt, und natürlich damit die mädchen- und frauenarbeit meint. Trennung statt gemeinsamkeit ist hier die genauso die zauberformel wie in den anderen bereichen. Doch immer mehr meiner kolleginnen und kollegen stehen auf gegen diesen wahnsinn. Dabei habe ich genau wie sie bemerkt, daß meine kolleginnen hier oft stärkeren angriffen ausgesetzt waren als wir, die männlichen kollegen. Uns hat man schlichtweg mit den von ihnen so zahlreich beschriebenen attributen belegt, also hart beleidigt, aber nicht für vollwertige partner gehalten. Das war es dann auch schon für uns männer, aber nicht für die frauen. was denen so widerfuhr, haben sie ja selbst erlebt.

uups!! Jetzt ist es mal wieder mit mir durchgegangen.

da sie auch an erlebnissen, tatsachen und menschen interessiert sind, stehe ich für weitere informationen aus dem bereich vom umgang mit uns (menschen), gerne zu ihrer verfügung.

denken sie weiter vor und wenn ich ihnen dabei, wie auch immer, helfen kann melden sie sich.

hochachtungsvoll

andré r.