Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt"

Kinderarmut wegen gesetzlicher Bevorzugung der Erstehe und Benachteiligung der Zweit-Ehefrau

8. Mai 2003

Zweite Leserzuschrift von Anne K. aus Ulm

Liebe Frau Dr. Jäckel,

herzlichen Dank für Ihre aufschlußreiche/interessante Antwort.

Ich kann Ihnen noch einen weiteren triftigen Grund nennen, weshalb Deutschland auf dem Weg zu einem "kinderarmen" Land ist:

Unser 1977 reformiertes Scheidungsrecht:

1) Die "Erst-Ehe" ist staatlich absolut privilegiert. Sind aus dieser Ehe Kinder vorhanden, verschlechtert sich die finanzielle Lage des geschiedenen Mannes massiv (auch wenn er schuldlos geschieden ist) - besonders aber wenn er seiner Ex-Ehefrau Unterhalt zahlen muß. Auch seine Altersrente/sein Rentenanspruch wird geteilt.

2) Wird die Ex-Ehefrau arbeitslos (sofern sie nicht wieder heiratet), oder sie findet keine Arbeit - oder wird ein Pflegefall, haftet der Ex-Mann zeitlebens mit seinem Einkommen für seine geschiedene Ehefrau! Steigt das Einkommen des geschiedenen Mannes im Laufe seines Berufslebens, kann die Exfrau jederzeit die Erhöhung ihres Unterhaltes beantragen/verlangen!

3) Der Ex-Ehemann ist u. U. auch dann noch zum Unterhalt verpflichtet, wenn seine "Ex" mit einem Liebhaber/neuen Partner zusammenlebt.

4) Heiratet der Ex-Ehemann wieder, und hat aus der 2. Ehe auch Kinder, haben die Kinder aus seiner ersten Ehe trotzdem finanziell absoluten Vorrang! Wird er arbeitslos, krank, oder stirbt, muß die Zweit-Ehefrau an die Ex-Ehefrau Unterhalt zahlen, auch für die Kinder aus erster Ehe!

5) Tatsache ist: ein geschiedener Mann ist für sein ganzes Leben finanziell ruiniert, wenn er eine ihm nicht gut-/wohlgesonnene "Ex-Ehefrau" (und Kinder aus erster Ehe) hat.

6) Die   Z w e i t   - Ehefrau ist in jedem Fall finanziell massiv benachteiligt.

7) Auch beim Ableben ihres Ex-Ehemannes bzw. beim Erben ist die Ex-Ehefrau noch mit von der Partie.

8) Ein prominentes Scheidungs-Beispiel: Boris Becker und seine Ex-Ehefrau Babsi. Sie hat einen feudalen Unterhaltsanspruch. "Madame Babs" liebt Kinder über alles ... und möchte deshalb noch weitere Kinder haben! Das heißt, sie ist auf der Suche nach dem nächsten reichen Partner. (Sobald sie ein "passendes Opfer" gefunden hat, und 1 - 2 Kinder bekommt, folgt die nächste Unterhaltskampf-Episode. Gewußt wie, mit dem passenden Anwalt läuft die Sache wie geschmiert).

9) Seit dem 1. Juli 1958 haben wir Gleichberechtigung von Mann und Frau. Nach einer Ehescheidung sind normalerweise beide Partner wieder "freie" Menschen. Absolut unverständlich ist, weshalb nach einer Scheidung die Erst-Ehefrau berechtigt ist, einen höheren Unterhalt zu verlangen, wenn ihr Ex-Ehemann im Laufe seines Berufslebens ein höheres Einkommen erzielt. Das widerspricht der Gleichberechtigung von Mann und Frau. - Die Ehe ist geschieden, die Erst-Ehefrau hat das Recht und auch die Pflicht, ihr Leben wieder selbst zu gestalten.

10) Statt eine zweite Ehe eingehen zu können, sind viele derart "gehandikapte" Paare gezwungen, unverheiratet in einer sog. "Wilden Ehe" zu leben. Dies hat u. a. auch den großen Nachteil, daß die unverheiratete Partnerin keinen Anspruch auf Witwenrente hat, und beide Partner auch steuerlich schlechter gestellt sind. Dadurch sind auch die Kinder aus dieser Partnerschaft finanziell benachteiligt.

11) Es klingt zwar böse, aber die Erst-/Ex-Ehefrau ist häufig wie "ein schwerer Klotz am Bein" ihres geschiedenen Mannes..."

12) Ich wäre bzw. bin dafür, daß ein Test gemacht werden muß, ob unterhaltsberechtigte Kinder aus erster Ehe überhaupt Kinder des unterhaltspflichtigen Mannes/Vaters sind. Bekanntlich gibt es eine erheblich große Zahl von sog. >Kuckucks-Kindern<.

13) Ich habe nichts dagegen, daß Frauen einflußreiche Tätigkeiten in der Politik ausüben/übernehmen.
Häufig muß man aber leider feststellen, daß sie auch keine besseren Lösungen auf den Weg bringen!

14) Weshalb ist es in der Politik/in den Parteien nicht möglich, die jeweiligen Ministerien/Ämter mit geeigneten Fachleuten, die das nötige "know-how" und das erforderliche Fachwissen haben - zu besetzen ???

15) Wir haben eine   " L e h r e r i n "   (Ulla Schmidt) als Sozial-/Gesundheits-Ministerin ...!!!
Schwer enttäuscht hat   a u c h   die neue   F a m i l i e n - Ministerin Renate Schmidt.

Viele Grüße aus Ulm
Anne K.

 

Erste Zuschrift von Anne K.:
Überall wird gespart, am meisten an den Kindern


Karin Jäckels erste Antwort vom 6. 5. 2003

Zweite Zuschrift von Anne K.:
Kinderarmut wegen gesetzlicher Bevorzugung der Erstehe und Benachteiligung der Zweit-Ehefrau


Karin Jäckels zweite Antwort vom 8. 5. 2003