Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt"

Üblicher Rundumschlag

Guller Nr. 18

Offenburg 6. Mai 2001

Buchbesprechung

Kinderfeindliches Land
Resultat gescheiterter Familienpolitik: „Deutschland frisst seine Kinder"

Karin Jäckel hat mit dem im Sommer 2000 erschienenen Buch „Deutschland frisst seine Kinder. Familien heute: ausgebeutet - ausgebrannt" (Rowohlt, 320 Seiten) eine umfassende Analyse der Auswirkungen der Familienpolitik in Deutschland vorgelegt. Es ist ein Buch voller (trauriger) Fakten, die dazu beitragen, dass die Zahl der neugeborenen Kinder weiter sinkt. Die gescheiterte Familienpolitik ist der Autorin zufolge in erster Linie von der Frauenbewegung und ihren Trittbrettfahrern zu verantworten.

Karin Jäckel landet auch in diesem Buch ihren üblichen Rundumschlag: An der Situation der heutigen Familien seien nicht etwa die Väter schuld, die weder Erziehungsurlaub nehmen noch nach einer Trennung Unterhalt zahlen oder ihr Besuchsrecht wahrnehmen. Nein, Frau Dr. Jäckel hat erkannt: Die karrieregeilen Mütter sind die Verantwortlichen!

Während der Mann, der nicht den Hausmann spielen will, Jäckels tiefstes Mitgefühl hat, kennt sie für Frauen nur eine Richtung - zurück an den Herd.

Wie sehr Karin Jäckel an einem Tabu rührt, wird klar, wenn sie von den Reaktionen auf ihre Bücher berichtet: Man droht ihr Mord, Entführung und Brandschatzung an, Buchhändlerinnen boykottieren ihre Werke oder erklären auf Nachfrage fälschlich, sie seien vergriffen. Verlagslektorinnen lassen Manuskripte untergehen und Verträge platzen.
(ob)