Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt

Gesellungsform Familie gescheitert?

1. Zuschrift von Veit XY

20. September 2004

Verehrte Frau Dr. Jäckel,

Sie schreiben auf Ihrer Homepage folgendes als Ihr Ziel: "das Bewusstsein in den Mittelpunkt zu rücken, dass die ich-bezogene Gegenwart vielleicht den Singles gehört, aber alle Zukunft von Eltern und glücklichen Kindern kommt."

Zunächst: Die jetzige Gegenwart war mal die Zukunft der Familien vor einigen Jahren und Jahrzehnten.
Ich frage mich auch: Diese ich-bezogenen Singles stammen doch alle aus F a m i l i e n, nur zu einem sehr kleinen Teil aus Heimen und ähnlichen unfamiliären Einrichtungen. Und selbst wenn die Mütter der jetzigen Singles alleinerziehend waren, so stammen doch diese Mütter aus Familien herkömmlicher Art. Die jetzigen ich-bezogenen Singles müssen, scheint mir, nichts kennengelernt haben, was sie an der Gesellungsform Familie berückt hat, was ja wohl doch zur Folge hätte, dass sie diese Gesellungsform nun gern leben würden - und sich auch dafür etwas am Riemen reißen, wenn diese Gesellungsform so berückend ist. - Sie selbst veröffentliche eine Reihe Bücher, in denen die Schrecknisse in Familien zur Sprache kommen.
Mir fällt da auch ein Satz von Catherine Millet in ihrem vielverdammten Buch ein, ein Satz, in dem sie die freundliche Stimmung einer Orgie dem blanken Hass in vielen Ehen gegenüberstellt. Ich meine, eine bitterere Kritik an der Ehe (die ja die Kinder großziehen soll) ist schwer vorstellbar.

Nun sehen wir auch, wieviel Ehen geschieden werden, zunehmend mehr - obwohl die jetzigen Scheidenden nicht mehr in den grässlichen Zeiten während und unmittelbar nach dem Krieg geboren wurden.

Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Ehe und die Familie ideale Gesellungsformen sind. Ist das nicht ein durch die reale Situation wenig begründbares Schwärmen? ein Traum, weil wir halt nichts Besseres zu bieten haben?- Oder vielleicht eine Verallgemeinerung I h r e r privaten, sehr glücklichen Erfahrungen, aber eine Verallgemeinerung, die das an sich hat, was viele Verallgemeinerungen an sich haben, dass sie nämlich für die B r e i t e der Fakten nicht passen?

Ich übersehe nicht, dass Sie in bewundernswerter Weise sich für Kinder, für benachteiligte Väter und weitere unrecht behandelte menschliche Wesen einsetzen.

Meine Meinung ist, dass sich in unseren Ehen unvergleichlich viel ändern müsste, damit die Eltern Kinder-fähiger werden. Aber andere Ehen - das kommt mir wie ein Umsturz der Welt vor.

Bitte entschuldigen Sie meine spitzen Fragen. Vielleicht sind Sie selbst irgendwo darauf schon eingegangen und können mir das entsprechende Buch, Interview oder Kapitel zitieren, damit ich es selbst nachschlagen kann.

Ich würde solche Fragen nicht zu stellen wagen, wenn Sie nicht auf Ihrer Website zahlreiche Zeugnisse einer bewunderswert großen Freundlichkeit des Antwortens auf an Sie gestellte Fragen gäben.

Mit freundlichen Grüßen und Dank vorab

Veit XY

PS: Zu meiner Person. Ich bin 60, verheiratet, Vater zweier Kinder.

 

1. Antwort von Karin Jäckel

2. Zuschrift von Veit XY:
Wunsch und Wirklichkeit - eine Frage von Sinn und Unsinn


2. Antwort von Karin Jäckel:
Wunsch und Wirklich - eine Herausforderung des Lebens


3. Zuschrift von Veit XY:
Förderung der Familie, weil man keine bessere Alternative weiß


3.Antwort von Karin Jäckel an Veit XY:
Ihre Argumente - Anregung für mich