Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt"

Eine amerikanische Perspektive zu Ihren Büchern

Leserzuschrift von Alex

18. Juni 2004

Liebe Professorin,

Ich finde es richtig, was Sie zum Thema Kinder gesagt haben. Die Deutschen haben zu wenig Kinder, und die Ausländer haben zu viele Kinder genauso wie hier in den USA mit den Mexikanern. Ich glaube, dass das Problem mit Kinder in der Westlichen Welt ein Problem der ganzen Westlichen Kultur ist, und nicht ein Problem nur der Deutschen. Ich denken auch, dass die Leute der westlichen Welt, besonders in Deutschland zu materialistisch sind und selbstsüchtig. Niemand möchte für ihre Kinder aufopfern wie unsere Grosseltern, und Eltern automatisch getan haben. Es ist ein bisschen besser in Amerika, weil wir mehr altmodisch sind. Die Leute glauben noch an Gott usw. Ich bin selbst nicht religiös, aber ich sehe jetzt wie wichtig das ist für das Leben eine Nation.

Die Frage ist, ob Deutschland Deutschland bleiben wird, wenn in 50 Jahren ein halb der Bevölkerung Ausländer sind. Werden sie alle integrieren usw.. Die Situation ist besser in Amerika, ein Einwanderungsland. Ich habe in Deutschland gewohnt, und obwohl ich aus Deutschen Vorfahren stamme, war es mir schwer in einem Jahr zu integrieren. Die Deutsche Mentalität ist schwer, nicht sehr freundlich und nicht offen zu fremden. In Amerika kann man viel schneller integrieren. Natürlich hatte ich mehr Rechte als Weiße Amerikaner als viele von den Türken, die in Deutschland und Osterreich aufgewachsen sind.

Ich bin pessimistisch über die Situation in Deutschland und in Amerika. In 50 Jahren werden die beiden Länder viel anders sein. Ob das gut oder schlecht sein wird, werden wir als alte Menschen beurteilen dürfen. Die Situation ist nicht mehr zu vermeiden. Ich habe auch auf die Gesichter der Deutschen in der Strassen in der Bahn etwas trauriges gesehen. Vielleicht stammt es aus dem Krieg oder sie sind über ausgebildet und erkennen die Situation. Das Gefühl für Kameradschaft/Menschlichkeit ist nicht mehr erkennbar.

Ein Beispiel. Ich war gerade in Frankfurt. Ich war Tourist und wollte mit der Bahn fahren.Die haben neue Bahnen, seitdem ich in Deutschland gelebt habe und man muss den Knopf drücken um die Türen zu öffnen. Ich habe erwartet, wie die Türen einfach automatisch eröffnen. Ich bin zur Tür getreten und habe gewartet bis die Türen auf machen. Natürlich sind sie nicht aufgegangen und alle die Deutschen in der Bahn haben mich gesehen und mitkapiert was los war und gelacht. Niemand hat mir geholfen. Eine ältere Frau ist kurz danach auf mich gekommen und gesagt "Wie schlimm es jetzt in Frankfurt ist. Das alte Frankfurt war so anders. Die Leute waren hilfsbereit usw." Ich glaube, dass das alte Deutschland, genau wie das alte Amerika anders war.

Dann habe ich sofort gesehen/erkannt, dass die ganze westliche Kultur mit Moralen, mannieren alles weg geht. Man kann das nicht halten. Es ist vielleicht einfach das Leben eines Organismus. Eine Kultur wächst, floriert und dann krepiert. Genau wie Rom. Vielleicht in einer technilogischen Welt geht das so viel schneller. Was denken Sie über meine Idee? Kinder und mannieren und die leeren Kirchen. Das alles geht irgendwie zusammen und bedeutet etwas viel grösser. Finden Sie nicht! Ich hoffe, dass mein Deutsch nicht zu miserabel ist. Es wird nie wieder sein, wie es vorher war. Nachdem ich das verstanden habe, war ich nicht mehr so traurig, aber es ist schwer man eigenes Land zu verlieren. Was denken Sie von dieser Situation?

Schöne Grüsse aus Chicago!
Alex

 

Karin Jäckels Antwort: Stirbt die Kultur, stirbt der Geist