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Buchbesprechungen |
"Deutschland frißt seine Kinder-
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Wie sehr der gesellschaftliche Zustand Familiengründungen behindertLeserzuschrift25. Oktober 2000Subject: Re: Deutschland frisst seine Kinder Liebe Karin, ich habe nun Dein letztes Buch mit Gewinn zuende gelesen. Besonders beeindruckt hat mich das vierte Kapitel, die 'Familie als Melkkuh', auch das fünfte Kapitel ist für mich sehr aufschlußreich und bewegend gewesen. Ich will damit nicht gesagt haben, daß die vorderen Kapitel mir nicht auch zugesagt hätten. Ich danke Dir für Dein unermüdliches Engagement für die Familie und bewundere Deine Unermüdlichkeit und Produktivität in diesem Bereich. Vor vier Jahren habe ich ja das Buch über Monika B. gelesen und war schockiert; wenigstens bekommt der Tod des kleinen Bruders durch Deine Publikation einen Sinn. So ist es auch mit diesem Buch: Wenigstens hat eine Autorin die Familienfeindlichkeit in unserer Gesellschaft beschrieben und aufgedeckt, an der alle ärmeren Familien so unsäglich leiden. Meiner Meinung nach müßten zwei vollkommen getrennte Rententöpfe eingerichtet werden: Einer für die Kinderlosen und einen anderen für die Familien, der dann bezuschußt werden müßte. Simone de Beauvoir entstammte ja dem verarmten Großbürgertum. Eine Familiengründung war für sie wegen der in diesen Kreisen üblichen Mitgift nicht möglich. Und so hat sie sich mit existenzphilosophisch begründeter Libertinage und wohl mehrmaligen Abtreibungen durch das Leben geschlagen.. Es stimmt zwar, daß die Frau in ihrer biologischen Verhaftung steckt, der Mann aber nicht minder als Ernährer und Beschützer seiner Familie sippendeterminiert ist. Von daher stimmt der Buchtitel 'das andere Geschlecht' in Abgrenzung zum 'eigentlichen, freien Geschlecht' für mich nicht. Ich habe Simone de Beauvoir selbst nicht gelesen, aber meine Mutter hat einen sehr guten Vortrag über sie gehalten, den ich Dir vertrauensvoll in der Anlage beifüge. In meiner Tätigkeit als selbsternannter Forums-Berater, fällt mir immer wieder auf, wie sehr der aktuelle gesellschaftliche Zustand auch Familiengründungen behindert. (Ein junger Freund um die dreißig sagte explizit, daß er daran gehindert ist, eine Familie zu gründen.) Erst heute habe ich einen Vater beraten, bei dem die werdende Mutter sich aus der Paarbeziehung entwindet und auf die staatliche Versorgung hofft. Natürlich wäre es schlimm, würde sich der Staat weigern, verwaiste Frauen und Kinder zu ernähren. Andererseits ist das perfide Kalkül bei diesen relativ bindungsunfähigen Frauen immer wieder anzutreffen, der dazu führt, daß der junge Vater und seine Ernährerfunktion zurückgestoßen und der anonyme, monatliche Geldfluß präferiert wird. Das ist eine fatale Wechselwirkung.... Eine ganz frühe Form dieser Zurückstoßung des Vaters liegt beim genetischen Mißbrauch vor: Ich habe vor einem Jahr mit einem Vater korrespondiert, der seinen inzwischen 8- oder 9jährigen Sohn nie gesehen hat. Die Mutter ist Richterin und der vertoßene Vater Sozialarbeiter. Ich möchte damit sagen, daß es sehr gesund für eine Familie ist, wenn die Ressourcen gemeinsam und freiwillig erwirtschaftet und sich von außen niemand in die wirtschaftliche Existenz der Familie einmischt. Liebe Karin, ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute. Dein Robert Emmanuel M. |
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