Buchbesprechungen

Mein Kind gehört auch zu mir -
Handbuch für Väter nach der Trennung

Antwort an E.
Denkschule der 68er

29. September 1999

Das Geschilderte, die "Umerziehung durch die Siegermächte" ist eines der Ursachen für die derzeitige politische Situation, und zwar:

  • nicht reflektiert, also verdrängt, und damit eines der derzeitig wichtigsten sozialpsychologischen Probleme, das zur Klärung ansteht
  • und besonders von den 68ern verkörpert
  • jedoch nicht eindimensional, monokausal. Es ist kein vollkommen geschlossenes Denksystem, auch wenn es zur Zeit in der politschen Klasse dominiert (und in den Medien, die durchweg links-liberal dominiert sind; deswegen müssen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren als Zwangsgebühren abgschafft werden und es kann meinetwegen als das eingeführt werden, was es ist: Pay-TV für linke Medien. Das wäre dann aber freiwillig. Siehe Berliner Morgenpost von heute, 29.9.99, S.1 und 4).

Es gibt durchaus andere Denkschulen und auch andere gesellschaftlichen Realitäten, es gibt andere Medien und Gegenöffentlichkeit, um den Begriff der 68er mal zu benutzen, und es muß darum politisch gekämpft werden. Es gibt auch Väter und Kinder, die zu ihrem Recht kommen.

Mit der schwarz-weiß Malerei (lernen, daß wir keine Rechte hätten) kommt unser Anonymus nicht weiter, und ist methodisch dogmatisch. Könnte einer nazi-Denke genauso entstammen wie einer antifa-Denke. Wird aber in seiner Undifferenziertheit vielleicht der erlebte Frust sein.
Verändert werden die Verhältnisse nur, wenn die Leute die unterschiedlichen Interessen, Denkschulen auch erkennen, und dazu muß qualifiziert informiert und Wege aufgezeigt werden und was macht Karin Jäckel und z.B. paPPa.com wohl anderes?
Denn solange sie die beklagte Gehirnwäsche der Sieger (zu Denkverboten wohl Antje Vollmer in der FAZ vom 27.999 - übrigens hat jemand den Artikel parat?) nicht durchschauen, werden sie auch nichts dagegen tun.
Der sich zur Zeit als rechts-national hervortuende ehemalige RAF -Rechtsanwalt Mahler betreibt dazu eine Homepage und vertreibt zur Zeit zu diesem Thema Schreiben per e-mail. Gestern hieß es dort:
"Wir würden weit weit hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben, wenn wir jetzt nicht vorwärts stürmten, um die von Martin Waiser, Bernd Rabehl, Rainer Langhans, Reinhold Oberlercher, Peter Sloterdijk und Antje Vollmer geschlagene Bresche zu erweitern. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, Pat Buchanan, Zbiegnew Brzezinski, George Soros, Lester C. ThurowJohn Gray, Emanuell Todd und Bassam Tibi geben uns Feuerschutz..

Karin Jäckels Buch habe ich noch nicht gelesen, aber sie wirbt wohl genau dafür, was der Anonymus erwartet.
Kämpfen für Veränderung. Gut so.

Gruß G.