copyright by http://www.karin-jaeckel-autorin.de |
Buchbesprechungen |
"Nicht ohne meine Kinder -
|
Bericht der Schermbecker ZeitungLOKALAUSGABE / WESELvon MICHAEL TUREK24. Januar 2006Eine Autorin hat die Geschichte zu einem Buch verarbeitet. Im Ermittlungsverfahren wartet Staatsanwalt noch ab. SCHERMBECK. Die Aktion im vergangenen Mai hatte für Aufsehen gesorgt. Eine Mutter entführt ihren kleinen Sohn. Das Familiengericht hatte dem Vater das Sorgerecht zugesprochen. Als der Junge morgens von seinem Großvater zum Kindergarten gebracht wurde, erschien die Mutter mit einem Komplizen, der dem Mann das Kind entriss, und tauchte unter. Später räumten Polizei und Staatsanwaltschaft ein, dass die Mutter bereits im Februar ihren anderen Sohn, der bei einer Pflegefamilie lebte, entführt hatte. Seitdem lebt die Frau, die noch eine 15-jährige Tochter hat, mit ihren drei Kindern in Bozen. Dort hatte sie im Herbst 2004 eine Arbeitsstelle gefunden. Das Jugendamt des Kreises Wesel brachte in der Zeit, als die Mutter in Südtirol ihren Arbeitsvertrag unterzeichnete und eine Wohnung suchte, den einen Sohn beim leiblichen Vater unter, den anderen bei einer Pflegefamilie. Aus Sicht des Jugendamtes sei die Mutter mit der Versorgung, Betreuung und Erziehung der drei Kinder überfordert. Sie hatte Hilfe erhalten, innerhalb von fünf Jahren waren die Kinder in zehn verschiedenen Tagespflegestellen untergebracht, begründete das Amt seinen Schritt, der Mutter die Kinder wegzunehmen. Für das Kreisjugendamt ist der Fall abgeschlossen, seit es nicht mehr für die Familie zuständig war. Für die Staatsanwaltschaft Duisburg ist dagegen das Ermittlungsverfahren wegen Kindesentzug noch nicht beendet. "Es existiert noch", sagte ein Sprecher. Nicht geklärt ist, ob die Entscheidung des Weseler Familiengerichtes, den Vätern das Sorgerecht zuzusprechen, rechtens war. Da die zivilrechtliche Seite noch nicht abgeschlossen sei, warte man ab. Unterstützung bekommt die Mutter von Karin Jäckel, die schon mehrere sozialkritische Bücher geschrieben hat. Auf den Fall der Schermbeckerin sei sie durch einen Aufruf der Mutter im Internet aufmerksam geworden. Beweismittel überzeugte "Als Autorin, die sich seit Jahren mit Familien in der Krise befasst und darüber schreibt, war mir ihre Geschichte vertraut genug, um sie nicht sofort zu verwerfen", so Jäckel auf Anfrage der NRZ. Und: Die Beweismittel, die ihr die Mutter spontan zusandte, überzeugten die Autorin vollends. Die Autorin meint: Der Frau und ihren Kindern (sieben und acht) sei Unrecht angetan worden. In ihrem Buch "Nicht ohne meine Kinder. Ein Mutter kämpft gegen das Jugendamt", das am 21. Februar erscheint, schildert sie das Leben der Mutter, seit ihrer Geburt bis zum bisher letzten Urteilsspruch in Italien, welches den vorläufigen Verbleib der Kinder in Italien bei der Mutter anordnete. Zu Recherchenzwecken war die Autorin mehrmals in Bozen. "Zusätzlich habe ich mit dem Personenkreis aus der Jugendbehörde gesprochen, der der Mutter in Bozen zur Seite steht." |
|
|