Poesiealbum

1. Februar 2002  18.23 Uhr

Holger Sulz

Sehr geehrte Frau Jäckel,

Poesiebild 25

ich bin einer dieser entsorgten Väter, über die Sie schreiben.
Ich bin nicht nur entsorgt, sondern auch ruiniert, das Deutsche Scheidungsfolgenrecht hat mich vom A 16- Verdiener zu einem ärmlichen Ein- Zimmer- Wohnklo Vegetierer gemacht, der dies aber gelernt hat in Kauf zu nehmen für das Wohl seiner Kinder (studieren beide), auch wenn sie mich verachten ( um während der Trennungsauseinandersetzungen der Anklage der Vergewaltigung und des Kindesmißbrauchs zu entgehen- tödlich für einen leitenden Beamten in einem "sensiblen Bereich"- habe ich mich auf Vereinbarungen einlassen müssen, die selbst die "gesetzlich genehmigte" Ausbeutung von Männern noch in den Schatten stellt)..
Ich war jahrelang eine Zeitbombe mit dem festen Vorsatz, nachdem meine Kinder auf eigenen Beinen stehen können, einen "Besuch" zu machen im Deutschen Bundestag- umgürtet mit Dynamit.
Das zurückliegende Jahr war für mich dramatisch. Ich habe wieder angefangen zu lesen, habe verblüfft festgestellt, daß es im Internet so was wie eine Männerbewegung gibt, daß es Frauen wie Sie gibt. Ich denke mittlerweile, daß es sich lohnt, nochmals den Kampf aufzunehmen- Märthyrer ist man nämlich nur für sich selbst, anderen schadet man, auch den Gleichgesinnten.
Natürlich ist mein Verhältnis zu Frauen irreparabel gestört- das macht aber nichts, auf ihre Gesellschaft verzichte ich nach wie vor gerne, Sex kann man kaufen (für "low-budget"- Typen preiswert auf dem Drogenstrich erhältlich, man trifft da übrigens die einzigen Frauen, die noch unter einer Art "Erfolgsdruck" zu stehen scheinen).
Ich will eigentlich nicht jammern und Sie darin bestärken, weiter zu kämpfen!

Mit den allerbesten Wünschen

Ihr

Holger Sulz

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