copyright by http://www.karin-jaeckel-autorin.de |
Poesiealbum |
|
18. August 2009 |
|
Es war einmal......... Die Geschichte von der Stadt Schilda zu Langenfeld! Im Mittelalter lag mitten in Deutschland eine kleine Stadt, die Schilda zu Langenfeld hieß. Ihre Bewohner nannte man deshalb die Schildbürger zu Langenfeld. So, wie die umliegenden Länderen, hatte auch die Stadt Schilda zu Langenfeld hohe Schulden angehäuft. So kam der Oberschildbürger zu Langenfeld namens Magnus auf die Idee, die in seinem Dienste stehenden Schildbürger-Angestellten zu rationalisieren, damit mehr Dukaten im Stadtsäckel übrig blieben. Auch beim Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienst wurde eingespart. Sodann ließ der Oberschildbürger Magnus eine prachtvolle Uhr an sein Rathaus anbringen, welche das Minus der Stadt Schilda zu Langenfeld anzeigen sollte. Der Oberschildbürger Magnus setzte sich mit seinen Mannen zusammen und überlegte und überlegte, wie man die Uhr schneller zurückdrehen könnte und da kam ihm eine Idee. Er rief alle Bürger der Stadt Schilda zu Langenfeld herbei und berichtete von seiner tollen Idee. Jeder seiner Untertanen sollte 100 Dukaten aus dem Sparstrumpf nehmen und ihm geben. Sodann würden sie für diese großzüge Spende eine billige Pappmache'-Urkunde erhalten. Die Bürger von Schilda zu Langenfeld handelten genauso wie die Schildbürger der Stadt Schilda. Alles, was man ihnen sagte, nahmen sie genau so, wie man es ihnen sagte. Wenn zum Beispiel jemand zu ihnen sagte: "Ihr habt ein Brett vor dem Kopf", dann griffen sie sich schon an die Stirn und wollten das Brett wegnehmen. Und wenn jemand zu ihnen sagte: "Bei euch piept es ja", so blieben sie ganz ruhig, um genau hinzuhören. Und so rannten die Schildbürger zu Langenfeld direkt los, um die unter ihrem Bett gestapelten Dukaten zusammen zu raffen und zum Oberschildbürger Magnus zu bringen. Hocherfreut nahmen sie sodann ihre Urkunde entgegen und fühlten sich hochgeehrt, dass sie auf diese Art und Weise ihre Dukaten los geworden waren. Als die Schuldenuhr von Schilda zu Langenfeld schließlich im Oktober des Jahres 2008 gen Null schlug, feierten die Schildbürger zu Langenfeld ein großes Fest. Zum Dank für ihre Verdienste beschenkte der Oberschildbürger Magnus seine im Rathaus tätigen Mannen reichlich. So bekam jeder 6 Tage Sonderurlaub und der Allgemeine Schildbürger-Sozialdienst bekam noch ein Buch namens "Der Rattenfänger von Hameln". Wißbegierig wie sie waren, verschlangen sie gierig das Buch in Windeseile und kamen bei der nächsten Teambesprechung zu der Überzeugung, das Buch müsse in die Tat umgesetzt werden. Und auf Empfehlung der Schildbürger-Dezernatsleiterin dieses Dienstes wurde noch die Zusatzlektüre "Pinocchio" geordert, welche auch großen Anklang fand. Der einzige Haken daran war, dass es in Schilda zu Langenfeld kaum Ratten und Mäuse gab, die die Vorräte auffraßen. Da hatten sie einen Einfall: Aufgrund der Kundgebung des Oberschildbürgers Magnus sollte die Stadt Schilda zu Langenfeld die "kinderfreundlichste" Stadt sein. Also kamen auch Eltern mit ihren Kindern aus den umliegenden Ländereien angereist, um sich hier anzusiedeln. So kamen sie zu der Überzeugung, dass Langenfeld einen Überfluss an Kinder hat. Und so begab es sich, dass der Allgemeine Schildbürger-Sozialdienst zu Langenfeld beschloss, anstatt die weiße Pädagogik die schwarze zu praktizieren. Denn sie waren zu der Überzeugung gelangt, dass die Farbe Schwarz viel vorteilhafter für sie wäre als die Weiße. Zudem bezweifelten sie, dass es irgendeinem Bürger von Schilda zu Langenfeld auffallen würde. Um sicher zu sein, bekleideten einige der Mannen des Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes neben ihrem Dienste bei dem Oberschildbürger Magnus noch andere Ämter in den angrenzenden Ländereien. So bekleidete einer von ihnen das Amt des Gemeindesprechers einer Kirchengemeinde in der angrenzenden Gemeinde von Schilda zu Langenfeld. Und so begann eine Zeitära, in denen der Allg. Schildbürger-Sozialdienst von vielen Eltern in Schilda zu Langenfeld die vollständige Unterwerfung verlangten. Doch es gab immer mehr Eltern, die es wagten ihnen, zu widersprechen und sich den Zorn dieser Mannen zu zogen. So geschah es, dass ein Kind nach dem anderen verschwand. Es verschwanden die Kinder von Schildbürgern zu Langenfeld genauso wie Kinder aus Beziehungen zwischen Schildbürgern zu Langenfeld und angrenzenden Ländereien. Den übrigen Bürgern von Schilda zu Langenfeld fiel gar nicht auf, dass ein Kind nach dem anderen verschwand. Und auch dem Oberschildbürger Magnus fiel es nicht auf, denn er war viel zu sehr damit beschäftigt, sich im Ruhm seiner Schuldenfreiheit zu aalen. Zudem folgte in der Stadt Schilda zu Langenfeld ein Fest dem anderen und Oberschildbürger Magnus war viel zu sehr damit beschäfiigt, sich seinen Untertanen zu zeigen und an jedem Schlemmerstand eine Kleinigkeit hier und da zu kosten. So fiel ihm lediglich auf, dass er in seiner Konfektionsgröße gewachsen war. Es fiel ihm nicht auf, dass fast nur noch schwarzhaarige Kinder, welche aus fernen Ländern kamen, auf den vielen Festlichkeiten der Stadt Schilda zu Langenfeld zugegen waren. Offenbar hatte der Oberschildbürger Magnus genau wie seine Untertanen ein "Brett vor dem Kopf". Denn es fiel ihm nicht auf, dass seine Untertanenzahlen schon seit vielen Jahren immer konstant unter 60.000 lag. Und dass, obwohl die großzügige "Zens-Ursula van der Leyen" doch auch das Elterngeld an die jungen Familien in der Stadt Schilda zu Langenfeld zahlen ließ. Und die jungen Familien in Schilda zu Langenfeld kamen auch fleißig dieser Pflicht nach und produzierten einen Nachwuchs nach dem anderen. Aber trotz alledem blieb die Untertanenzahl unter 60.000 und ein Kind verschwand nach dem anderen. Viele Eltern, denen der Allgemeine Schildbürger-Sozialdienst, auf diese Art und Weise die Kinder geraubt hatten, zogen in andere Ländereien. Denn bei den Hohen Richtern im Justizgebäude bekamen die Mannen des Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes immer recht, auch wenn sie logen, dass sich die Balken bogen. Sie erzählten Lügen und Humbug und betrogen so die armen Kinder, die sie in die verschiedensten Ländereien als Sklaven verschickt hatten, um ihre unbeschwerte Kindheit bei den Eltern. Und auch die Eltern betrogen sie um ein glückliches Familienleben mit ihren Kindern. Zudem erfreuten sich die Mannen vom Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes, dass sie trotz der Lügereien im Gegensatz zu Pinocchio keine langen Nasen erhielten. Lediglich die Dezernatsleiterin des Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes schrumpfte immer mehr gen Erde, denn ihre Beine wurden immer kürzer. Und schließlich war sie so klein, dass fast alle Untertanen der Stadt Schilda zu Langenfeld ihr hätten auf den Kopf spucken oder ein Glas "Kölsch" auf demselben abstellen können. Aber auch die anderen Mannen des Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes zu Langenfeld sollten noch auf irgendeine Art und Weise für ihre Lügereien und Betrügereien gestraft werden. Und so vergingen einige Jahre und als der Oberschildbürger Magnus für eine Versammlung seine gesamten Untertanen zusammenrief, standen dort nur noch alte Greise. Und er fragte seine Mannen, wo denn die Kinder seien. Doch seine engsten Vertrauten wussten darauf keine Antwort und so sah man sich fragend um. Als der Blick die Mannen des Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes streifte, sah er nur in kalte Gesichter und da bemerkte der Oberschildbürger Magnus erst, was die ganze Zeit gefehlt hatte: Das ausgelassene Kinderlachen spielender Kinder. Und er musste einsehen, dass er seinen Mannen von dem Allgemeinen Schildbürger-Sozialdienstes zuviel freie Hand gelassen hatte und diese machtbesessen sich die Taschen mit Geld gefüllt hatten. Mit Blutgeld für all die verschwundenen Kinder, welche zuvor glücklich bei ihren Eltern in der Stadt Schilda zu Langenfeld gelebt hatten und plötzlich verschwunden waren. Und so verschwand die Stadt Schilda zu Langenfeld von der Landkarte und es existierte nur noch eine Geisterstadt. Liebe Grüsse Michaela Hermesmeyer |
|
|