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Bourdalou-Museum |
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Vielleicht war oder ist es in deiner/Ihrer Familie auch üblich, kleine Kinder zu fragen: "Musst du mal Lou-Lou?", oder: "Hast du schon Lou gemacht?" Wenn ja, dann ist dies ein Überbleibsel aus lang vergangener Zeit und zwar aus dem Frankreich des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Damals, um 1700, war es très chic für die Damen am königlichen Hofe, in die Kirche zu eilen, um den flammenden Reden eines Jesuitenpaters namens Bourdaloue zu lauschen. Da diese Predigten sehr lange dauerten, überfiel die Damen zwischendurch oftmals ein dringendes "kleines Bedürfnis". Trotzdem aber wollten sie um keinen Preis auch nur ein Wort des Paters versäumen. In ihrer Notlage verfiel eine der Damen auf die rettende Idee, sich einfach eine kleine ovale Saucenschale als "pot de chambre" in die Kirche mitzunehmen. Da Madame der damaligen Zeit sowieso keine Unterhosen, aber weite, faltenreiche Röcke trug, deren Stoffe ständig rauschten und knisterten, fiel es keiner Menschenseele auf, als sie sich während der Predigte klammheimlich auf die Saucière setzte und Pipi machte. Da jedoch alles, was man so gern geheim halten möchte, schnell die Runde in der großen weiten Welt macht, sprach sich auch die nützliche Zweckentfremdung des Saußentöpfchens in der Damenwelt schnell herum. Und bald schon witterten einige geschäftstüchtige Nachtstopfhersteller ein Geschäft mit der tragbaren Damentoilette. Flugs brachten sie den so genannten "pot de chambre oval" auf den Markt, der als unverzichtbares Damentöpfchen bis zum Jahr 1980 in Mode bleiben sollte und vorzugsweise auf Reisen verwendet wurde. Im Volksmund hieß das gute Stück schon bald in Erinnerung an den frommen Pater "Bourdalou" und machte seinen Namen unsterblich. Dass er diese Berühmtheit ausgerechnet dem "kleinen Bedürfnis" der feinen Damen verdanken würde, hätte er sich zu Lebzeiten aber wohl kaum träumen lassen. Karin ZAM - Zentrum mehrerer außergewöhnlicher Museen: |
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