Buchbesprechungen

"Deutschland frißt seine Kinder-
Familien heute: Ausgebeutet - ausgebrannt"

Antwort von Karin Jäckel

3. Februar 2003

Sehr geehrte Frau Sch.,

schade, dass Ihnen Äußerlichkeiten die Freude an den Inhalten meines Buches verdorben haben.

Zu Ihren Kritikpunkten möchte ich anmerken:

  1. auf die neue deutsche Rechtschreibung würde ich persönlich gern verzichten, da ich sie von Anfang an für den größten Unsinn gehalten habe und weiterhin halte. Gleichwohl muss sie von Gesetzes wegen angewandt werden. Bundesweit werden unsere Kinder damit traktiert.
  2. auf geschlechterbezogene Berufsbezeichnungen würde ich ebenfalls gern verzichten. Sie haben völlig Recht: es stört den Lesefluss und nervt. Leider kann aber nicht darauf verzichtet werden, weil diese Art der Deklaration gerade von Frauenseite massiv gefordert wird. Da die Leserschaft heute fast überwiegend aus Frauen besteht, geht jeder Verlag im voraus eilenden Gehorsam überpenbibel mit der Gleichberechtigung um. Sie dürfen versichert sein, dass die ausschließliche Anwendung des maskulinen Begriffs uns den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit und negative Kritiken en masse eingetragen hätte.

Insofern, - persönlich verstehe ich Ihren Frust und danke Ihnen für die Mitteilung, die mir zeigt, dass es glücklicherweise immer noch Frauen gibt, die Weiblichkeit nicht an der Endung "-in" fest machen.

In der Sache kann ich Ihnen leider nicht "dienen", da ich weder die alte Rechtschreibung neu einführen noch den feministischen Zeitgeist bzw. den aktuellen Gesellschaftsgeschmack des so genannten "gender mainstreamings" verleugnen kann.

Es grüßt Sie freundlich

Karin Jäckel