Prof. Dr. Sigrid Lichtenberger
Universität des Saarlandes
FR 8.1 - Germanistik
Saarbrücken
Unter den vielen Sammlungen von Geschichten, die Karin Jäckel im
Bitter- Verlag mit Beiträgen von Jugendbuchautoren herausgebracht hat, nimmt dieses Buch wohl eine besondere Stellung ein, denn fast alle Beiträge, die hier vorliegen, setzen sich mit einem Zuviel an Fernsehen auseinander, stellen der Fernsehwelt, die Realität gegenüber, zeigen teils in phantastischen Geschichten und Gedichten, teils aber auch recht realitätsnah, welche Auswirkungen Fernsehen haben kann.
Aufgezeigt wird auch immer wieder, daß durch das Fernsehen Kommunikation in der Familie verkümmert, daß ein bewußtes Abschalten des Fernsehens eine heilsame Wirkung hat.
Trotzdem aber wirken diese Geschichten nicht moralinsarer, sondern die Wirkung einzelner Fernsehsendungen, aber auch ein Zuviel an Fernsehen wird in den Erfahrungen der Protagonisten dargestellt, so daß es dem Leser selbst überlassen bleibt, die hier gemachten Erfahrungen anzunehmen oder abzulehnen.
Lieder und Gedichte über das Fernsehen sind nur in Maßen zwischen den Prosatexten zugeordnet und sie sind es gerade, in denen das Fernsehen nicht gerade positiv beurteilt wird.
So liegt hier eine Sammlung von Geschichten, vor, die einmal die Fernsehwirklichkeit der Kinder mit ihren Verboten und Geboten spiegelt, zugleich aber auch an den Protagonisten der einzelnen Geschichten, Lieder und Gedichten indirekt auf die Gefahren einzelner Sendungen, aber auch auf ein Zuviel an Fernsehen hinweist und sogar andere Ünterhaltungsmöglichkeiten anbietet.
Ein Buch also, das im Gegensatz zu den anderen Bänden von Karin Jäckel
zum Nachdenken Anlaß gibt, aber auch in Schule und Elternhaus dürften
einzelne Geschichten eine gute Diskussionsgrundlage über Vor- und Nach-
teile des Fernsehens abgeben!
Karin Jäckel's Fernsehgeschichten
Hrsg-.Bitter 1995
|