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Leserbrief zur Sendung "Anne Will" Vater, Mutter, Geld - die schöne neue Scheidungswelt
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Sendung "Anne Will" Vater, Mutter, Geld - die schöne neue Scheidungswelt vom 4. 11. 2007, 21,45 UhrKarins KommentarLeider las ich die eMail-Nachricht der Redaktion zu spät, mit der ich gebeten wurde, Talkgäste für diese Show zu vermitteln. Als Autorin von Büchern wie "Der gebrauchte Mann. Abgeliebt und abgezockt. Väter nach der Trennung" oder "Deutschland frisst seine Kinder. Ausgebeutet, ausgebrannt. Familien heute" hätte die von mir vorgeschlagenen Erfahrungsträger anders ausgesehen als die in die Sendung Geladenen. Statt dessen schwafelte der Vorsitzende des "Väteraufbruch" inhaltlich langatmig und fachjurstisch, sprachlich monoton, undeutlich und daher ermüdend und schoß den Vätern zudem auch noch ein Eigentor, indem er betonte, dass diese ihre Ex-Frauen nicht respektvoll genug behandeln würden und deshalb selbst Schuld am Kindesentzug seien. Bravo, Väteraufbruch! Wirklich primitiv fand ich jedoch den Auftritt der Frau Marie Theres Krötz-Relin, deren vulgärer Sprachgebrauch wie z.B. "Tritt in die Eier" für keinen Unterhalt zahlende Väter in einer seriösen Sendung intolerabel und jeder Frau und Mutter unwürdig war. Schon eine kurze Recherche in ihrem Internetforum hätte derartige verbale Entgleisungen in der Anne-Will-Show allerdings vermeidbar gemacht. Ausgerechnet Frau Krötz-Relin als typische allein erziehende Mutter vorzustellen, bringt mich immer noch zum Kopfschütteln und erinnert mich an die Glaubwürdigkeit einer Eva Herman. Für die Auswahl von Frau Krötz-Relin in diese Sendung war deshalb wohl eher ihr Promifaktor entscheidend und nicht die tatsächliche, lebensechte Situation von allein erziehenden Müttern, die in unserer Gesellschaft normalerweise nicht in einer Villa auf einer Mittelmeerinsel leben, kein Anwesen im schönsten Teil Bayerns genießen, keinen reichen und großzügig Unterhalt leistenden Exmann aus der Film- und Theaterbranche, keine Großfamilie aus dem vermögendsten Teil der Schauspielelite des Landes haben und auf diesen großen Namen aufbauend keine Bestseller veröffentlichen. Wie schade, dass in dieser Sendung keine der vielen Mütter zu Wort kam, die mit ihren Kindern an oder unter der Armutsgrenze leben, weil der väterliche Kindesunterhalt nicht geleistet wird und vielleicht aus Mangel nicht geleistet werden kann. Wie bedauerlich, dass auch keiner der Väter sprach, die ihr Leben trotz Vollzeitjobs an oder unter der Armutsgrenze verbringen, weil sie trotz erbrachter Vollunterhaltspflicht als Singles besteuert werden und zusätzlich den Unterhaltsaufwand zu tragen haben, wenn ihre Kinder zu ihnen zu Besuch kommen dürfen. Ganz zu schweigen von den Reisekosten, die entstehen, wenn sie ihre Kinder an deren neuem, oft hunderte von Kilometern entfernten Wohnort besuchen dürfen. Weniger Promi-Glamour und große Namen wären in dieser Sendung jedenfalls viel mehr echtes Leben gewesen. Dr. Karin Jäckel |
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