Michael Hickman:
Nicht ohne meine Söhne!

Solidaritäts-Schreiben an die Kirche
von Karin

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15. November 2002

Was du aber getan dem Geringsten unter uns

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit langem kenne und schätze ich Michael Hickman, jenen Vater aus Südafrika, dessen jahrelanger verzweifelter Kampf um ein Wiedersehen mit seinen beiden Söhnen derzeit um die Welt geht.

Nein, bitte, - lassen Sie diese eMail nicht ungelesen im Papierkorb verschwinden, weil Sie vielleicht bereits ein paar andere bekamen. Ich schreibe Ihnen, die Sie die Dienerinnen und Diener Gottes sind, weil es Ihre von Gott gegebene Berufung ist, Ihren Mitmenschen Seelentrost zu spenden, wenn diese darum bitten. Und ich bitte Sie im Namen Gottes: Lesen Sie - Nehmen Sie die Not an, die ich Ihnen bringe.

Schon 2001, als sich eine friedliche Gruppe von ihren Kindern unfreiwillig verlassener Eltern vor der Gedächtniskirche in Berlin einfanden, um ihre Sehnsucht nach diesen Kindern öffentlich in einem Hungerstreik zu bekunden, war Michael Hickman dabei.

Damals erlebten wir, auch ich, mit fassungslosem Staunen, wie wir als Christinnen und Christen aus der Kirche vertrieben wurden, als wir dort zu einem Gebet einkehren wollten. Der Kirchendiener warf uns als Gott unwillkommene Gäste hinaus.(Dokumentiert von Eilika Meinert, Arte)

Heute erlebe ich mit demselben fassungslosen Staunen, wie Michael Hickman, ein gläubiger Christ, ein unbescholtener Mann und verantwortungsbewusster Vater, in seinem Jammer um seine ihm geraubten und entfremdeten Kinder wiederum als Gott unwillkommener Gast aus der Kirche hinaus geworfen wird. Ja, wie er nicht einmal Zutritt in das Haus Gottes erhält, weil dort auch seine Kinder und deren Mutter einkehren.

Es heißt, er dürfe Gottes Haus nicht betreten, weil er darin seine Kinder anschauen könne.

Jesus Christus hängt in diesen Kirchen an seinem Kreuz, aus denen wir mit unserer Liebe zu unseren Kindern und allen Kindern dieser Welt, vor die Tür geworfen bzw. nicht hinein gelassen werden.

Wagen Sie es zu behaupten, er sei nicht für uns gestorben?

Als er noch lebte, trat er gegen die Pharisäer auf, die damals ebenso handelten wie die heutigen, die uns das Haus Gottes verweigern.

Lebte er heute als Mensch unter uns wie damals, würde er auf unserer Seite für unsere und alle Kinder kämpfen.

Die Kirchen haben in jüngster Vergangenheit viel über den Schutz des ungeborenen Lebens geredet. Wir, die Eltern lebender Kinder, rufen Ihnen zu: Schützen Sie auch die Lebenden!

Ich appelliere an Sie, sich Michael Hickmans und seiner Söhne anzunehmen - anstatt sich anzumaßen, als Mensch über Gottes Haus Hausrecht ausüben und die zu Gott Kommenden als willkommen oder unwillkommen auswählen zu wollen.

Helfen Sie ihm, mit der Mutter seiner Kinder zu sprechen und für die gemeinsamen Kinder positive Lösungen zu finden. Helfen Sie ihm, die in Selbstgerechtigkeit und Kälte erstarrte Mutter dazu zu bewegen, ihre Fürsorgepflicht vor die Rache zu stellen.

Sie sagte mir, als ich sie bat, zu Lösungen bereit zu sein und mit dem Vater ihrer gemeinsamen Kinder zu reden: "Jetzt ist Schluss mit lustig!" und lehnte jedes Gespräch rigoris ab. Wenn der Vater leide, sei dies nicht ihr Problem.

Und als ich sie bat, mir eine Botschaft an den Vater der gemeinsamen Kindern mitzugeben, aus der er etwas Hoffnung ziehen könne, sagte sie mir, er solle nach Südafrika zurückkehren und dort Geld verdienen, damit er den Kindern eines Tages wenigstens etwas zu vererben habe.

Ist das gut?

Jesus sagte einmal, was man dem Geringsten unter uns Gutes getan habe, habe man Jesus selbst getan.

Diesen Spruch kann man auch umkehren, denn was man dem Geringsten unter uns Böses tut, hat man auch Jesus getan.

Einen leidenden Menschen, einen Vater, der seinen Jammer und seine Not vor Gottes Altar ausbreiten und bei Gottes Dienern Trost und Hilfe suchen will, nicht anzuhören, sondern ihn zu verstoßen und auszugrenzen, und überdies auch noch dazu beizutragen, seinen Kummer zu mehren, indem man die Mutter der gemeinsamen Kinder in ihrem Hass gegen ihn bestärkt, anstatt sie zur Versöhnung zu motivieren, das ist böse - und ist auch Jesus angetan..

Ist das Ihre Aufgabe, sehr geehrte Damen und Herren im Dienste Gottes?

Diese Frage
stellt Ihnen
Karin Jäckel